Hautuntersuchungen beim Hund: Zytologie, Hautgeschabsel und Kulturen
Inhaltsverzeichnis
Drei Tests können an derselben gereizten Hautstelle durchgeführt werden und trotzdem ganz unterschiedliche Fragen beantworten. Bei der zytologischen Untersuchung der Haut werden in der entnommenen Probe Zellen, Entzündungszeichen, bakterienähnliche Strukturen und Hefepilze untersucht. Bei einem Hautgeschabsel wird Material von der Hautoberfläche oder aus tieferen Bereichen der Haarfollikel auf mögliche Erreger wie Milben untersucht. Bei einer Kultur wird geprüft, ob sich unter Laborbedingungen vermehrungsfähige Erreger entwickeln. Im Rahmen einer Empfindlichkeitsprüfung lässt sich bei Bakterien außerdem feststellen, wie ein isolierter Erreger auf die getesteten antimikrobiellen Wirkstoffe reagiert.
Keiner dieser Hauttests beim Hund liefert für sich allein eine vollständige Diagnose. Wie aussagekräftig ein Ergebnis ist, hängt davon ab, welches Material entnommen wurde, wie tief die Probe genommen wurde, welche Hautveränderung ausgewählt wurde, was die Tierärztin oder der Tierarzt bei der Untersuchung festgestellt hat, welche Vorgeschichte der Hund hat und welche Behandlungen oder Pflegeprodukte vor dem Test angewendet wurden.
Das erklärt, warum Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt bei demselben Termin möglicherweise zwei oder mehr Untersuchungen empfiehlt. Aus Ihrer Sicht im Untersuchungszimmer mögen die Tests ähnlich wirken, doch sie liefern jeweils andere Hinweise.
Das Wichtigste in der Praxis: Fragen Sie: „Welche Frage soll dieser Test beantworten?“ Diese Frage ist oft hilfreicher als die Frage, welcher Test der beste ist.
Dieser Leitfaden erklärt Hauttests beim Hund in verständlicher Sprache. Er kann Ihnen helfen, sich auf einen Termin vorzubereiten und die Begriffe in einem Befund zu verstehen. Er kann jedoch nicht feststellen, woran Ihr Hund leidet, eine tierärztliche Untersuchung ersetzen oder Ihnen sagen, ob Sie eine Behandlung beginnen, beenden oder ändern sollen.
Was zeigen Hauttests beim Hund?
Hauttests beim Hund liefern Informationen aus unterschiedlichen Ebenen. Die Zytologie zeigt, was im entnommenen Material unter dem Mikroskop sichtbar ist. Bei einem Hautgeschabsel wird eine bestimmte Hauttiefe auf Parasiten oder entsprechende Strukturen untersucht. Kulturen prüfen das Wachstum von Erregern, eine Biopsie erhält die Gewebearchitektur, und ein Allergietest verfolgt ein anderes Ziel, nachdem relevante andere Ursachen berücksichtigt wurden.
Die folgende Übersicht bietet Ihnen die schnellste Orientierung:
| Test | Was wird entnommen oder untersucht? | Zentrale Frage | Welche Befunde kann der Test stützen? | Wichtige Einschränkung |
|---|---|---|---|---|
| Zytologische Untersuchung der Haut | Zellen, Hautschuppen, Exsudat, Krustenmaterial oder von einer Hautveränderung abgetragenes Material | Welche Zellen und Erregerstrukturen sind in dieser Probe vorhanden? | Entzündungszeichen, kugel- oder stäbchenförmige Bakterien, Hefepilze wie Malassezia, Keratin, Zellschäden oder atypische Zellen | Identifiziert in der Regel weder eine bestimmte Bakterienart noch zeigt der Test, welches antimikrobielle Mittel geeignet ist |
| Oberflächliches Hautgeschabsel | Material von der äußeren Hautoberfläche | Befindet sich der gesuchte Erreger, der nahe der Oberfläche erwartet wird, in der entnommenen Probe? | Auf der Hautoberfläche lebende Milben oder anderes oberflächliches Material – je nach klinischer Fragestellung | Ein negatives Ergebnis muss im Zusammenhang mit dem vermuteten Parasiten, der Entnahmestelle und der Methode der Probenentnahme beurteilt werden |
| Tiefes Hautgeschabsel | Material, das bis in die Tiefe der Haarfollikel entnommen wurde | Sind Milben in den Haarfollikeln oder entsprechende Strukturen vorhanden? | Demodex -Milben und ihre Entwicklungsstadien in geeigneten Proben | Eine ungeeignete Entnahmestelle oder Probe kann die diagnostische Ausbeute verringern; bei seltenen Verdachtsfällen kann eine andere Methode erforderlich sein |
| Bakterienkultur | Eine aus einer bestimmten Hautveränderung entnommene Probe, die unter Laborbedingungen kultiviert wird | Welche vermehrungsfähigen Bakterien wachsen aus dieser Probe? | Nachweis eines oder mehrerer bakterieller Isolate | Auch gesunde Haut kann von Bakterien besiedelt sein. Allein ihr Wachstum beweist daher nicht, dass das Isolat die Hautveränderung verursacht hat. |
| Testung der Empfindlichkeit gegenüber antimikrobiellen Wirkstoffen | Ein durch eine Kultur gewonnenes bakterielles Isolat | Wie reagiert dieses Isolat im Labortest? | Empfindlich, intermediär oder andere im Labor festgelegte Bewertungskategorien sowie gegebenenfalls Einstufungen als resistent | Ein Laborergebnis macht nicht jedes aufgeführte Medikament gleichermaßen für den einzelnen Hund geeignet. |
| Dermatophytenkultur | Ausgewählte Haare, Hautschuppen oder Material aus der Hautveränderung | Wachsen aus dieser Probe Dermatophyten? | Wachstum und Identifizierung, die mit einem Nachweis von Dermatophyten vereinbar sind | Sie unterscheidet sich von einer Bakterienkultur und von einer zytologischen Untersuchung auf Malassezia Hefepilze |
| Hautbiopsie und Histopathologie | Ein Gewebestück, dessen mikroskopische Struktur erhalten bleibt | Welches Krankheitsmuster zeigt sich im Gewebe? | Entzündungsmuster, Tumorerkrankungen, strukturelle Veränderungen, in bestimmten Fällen auch Erreger oder eine Liste möglicher Differenzialdiagnosen | Sie kann eher eine Interpretation anhand eines bestimmten Musters als eine einfache, eindeutige Enddiagnose ergeben. |
| Abklärung von Allergien | Krankengeschichte, Ausschlussverfahren und bei entsprechender Indikation ausgewählte Allergentests | Ist eine allergische Erkrankung klinisch wahrscheinlich, und welche Allergene sind relevant, wenn eine Immuntherapie geplant ist? | Befunde, die in eine umfassendere Allergieabklärung einfließen | Ein positiver Blutserum- oder intradermaler Test stellt für sich allein keine Diagnose einer caninen Atopie dar. |
Diese Unterscheidungen entsprechen dem Grundprinzip im Merck Veterinary Manual zur Diagnose von Hauterkrankungen: Eine dermatologische Diagnose stützt sich auf Krankengeschichte, Untersuchung, geeignete Tests und das Ansprechen auf die Behandlung, nicht auf ein einzelnes isoliertes Ergebnis.
Dieses umfassendere klinische Bild ist wichtig, denn Juckreiz ist ein Anzeichen und keine Diagnose. Parasiten, allergische Erkrankungen, bakterielle Beteiligung, Hefepilze, Dermatophyten, eine geschädigte Hautbarriere, hormonelle Erkrankungen, immunvermittelte Erkrankungen, Schmerzen und andere Ursachen können ähnliche Symptome hervorrufen. Unser Leitfaden zu häufigen Ursachen von Juckreiz bei Hunden hilft Ihnen, die verschiedenen Kategorien zu ordnen, ohne die Ursache zu Hause selbst bestimmen zu müssen.
Die Frage mit dem wahrscheinlichsten Untersuchungsweg abgleichen
Nutzen Sie diese Entscheidungshilfe, um die Gründe für eine Empfehlung zu verstehen:
- „Gibt es derzeit sichtbare Hinweise auf Bakterien, Hefepilze oder eine Entzündung?“ Eine Zytologie kann den ersten Hinweis liefern.
- „Könnte ein Parasit auf der Hautoberfläche leben?“ Ein oberflächliches Hautgeschabsel oder eine andere gezielte Untersuchung auf Parasiten kann in Betracht gezogen werden.
- „Könnten sich Milben in den Haarfollikeln befinden?“ Ein tiefes Hautgeschabsel könnte hier aussagekräftiger sein.
- „Welche lebensfähigen Bakterien sind vorhanden, und wie reagieren sie im Test auf antimikrobielle Wirkstoffe?“ Eine Bakterienkultur mit Empfindlichkeitsprüfung kann erforderlich sein.
- „Könnte es sich um eine Dermatophyteninfektion wie Hautpilz handeln?“ Haare oder Hautschuppen können im Rahmen einer speziellen Untersuchung auf Dermatophyten getestet werden.
- „Ist das Krankheitsbild tieferliegend, ungewöhnlich, schwerwiegend oder spricht es nur unzureichend auf die Behandlung an?“ Eine Biopsie mit histopathologischer Untersuchung kann dann hilfreicher sein.
- „Ist eine allergische Erkrankung weiterhin wahrscheinlich, nachdem Parasiten und sekundäre Infektionen berücksichtigt wurden?“ Die Tierärztin oder der Tierarzt kann die gezielte Abklärung einer Allergie fortsetzen.
Diese Zuordnung dient der Information und ist keine Behandlungsempfehlung. Dieselbe sichtbare Wunde kann je nach Verdacht der Tierärztin oder des Tierarztes auf eine oberflächliche Entzündung, eine Erkrankung der Haarfollikel, eine tiefe Infektion, eine Raumforderung oder einen anderen Prozess unterschiedlich beprobt werden.
Warum empfiehlt die Tierärztin oder der Tierarzt möglicherweise mehrere Untersuchungen?
Mehrere Untersuchungen werden häufig empfohlen, weil eine Untersuchung einen Hinweis liefern kann, während eine andere dessen Bedeutung, Ursprung oder Relevanz für die Behandlung klärt. Sie ergänzen sich, wenn sie unterschiedliche offene Fragen beantworten.
Stellen Sie sich einen Hund mit Juckreiz, geröteter Haut, unangenehmem Geruch und verkrusteten Hautveränderungen vor. Eine Zytologie könnte Entzündungszellen, kugelförmige Bakterien und hefeähnliche Organismen zeigen. Diese Information kann auf eine Beteiligung von Mikroorganismen hindeuten, lässt aber weiterhin wichtige Fragen offen:
- Stehen die Organismen mit der Entzündung in Zusammenhang oder befinden sie sich lediglich auf der beprobten Hautoberfläche?
- Ist der Prozess oberflächlich oder tiefgehend?
- Könnten Parasiten oder eine allergische Erkrankung wiederkehrende Sekundärinfektionen auslösen?
- Ist eine Kultur mit Empfindlichkeitsprüfung angezeigt, wenn eine systemische Behandlung mit antimikrobiellen Wirkstoffen erwogen wird?
- Wurde die aussagekräftigste Hautveränderung beprobt?
- Könnten kürzlich verabreichte Medikamente, ein Bad oder eine äußerliche Behandlung das entnommene Material beeinflusst haben?
Daher kann die Tierärztin oder der Tierarzt bei einem Termin sowohl eine Zytologie als auch ein Hautgeschabsel durchführen und zusätzlich eine Kultur anlegen lassen, wenn die Tiefe der Hautveränderung, die bisherige Behandlung, das zytologische Muster oder wiederkehrende Beschwerden Anlass zur Sorge geben.
Deshalb sagt die Aussage „Wir haben bereits einen Hauttest gemacht“ möglicherweise nicht alles aus. Ein unter dem Mikroskop untersuchtes Klebestreifenpräparat, ein tiefes Hautgeschabsel und eine Bakterienkultur sind zwar allesamt Hautuntersuchungen, aber nicht dasselbe Verfahren.
Die Abstufung nach Probenentnahmetiefe
Ein hilfreiches Bild ist, sich die Haut wie ein Gebäude vorzustellen:
- Hinweise von der Hautoberfläche: Mit einem Klebestreifen, einem Abklatschpräparat, einem oberflächlichen Hautgeschabsel oder ausgewählten Abstrichverfahren wird Material aus dem äußersten zugänglichen Bereich entnommen.
- Hinweise aus den Haarfollikeln: Bei einem tiefen Hautgeschabsel wird Material aus den Haarfollikeln entnommen.
- Hinweise aus tieferen Hautschichten: Wenn der relevante Prozess unterhalb der Hautoberfläche liegt, kann eine Aspirat- oder Gewebeprobe erforderlich sein.
- Gewebearchitektur: Anhand einer Biopsie kann ein Pathologe erkennen, wie Zellen und Strukturen im Gewebe angeordnet sind.
- Hinweise durch Keimwachstum: Bei einer Kultur wird eine repräsentative Probe unter Bedingungen angelegt, unter denen sich lebensfähige Mikroorganismen nachweisen lassen.
Mit einer Methode, bei der Material von der Oberfläche entnommen wird, lässt sich nicht automatisch eine Frage zu tiefer gelegenem Gewebe beantworten. Umgekehrt ist eine tiefe Probe nicht immer erforderlich, wenn eine passend ausgewählte oberflächliche Läsion die Frage zuverlässig beantworten kann.
Was ist eine Hautzytologie beim Hund?
Bei der Hautzytologie des Hundes wird unter dem Mikroskop Material untersucht, das von der Haut entnommen wurde. Dabei können Zellen, Entzündungen, typische Formen von Mikroorganismen, Keratin, Zellschäden und manchmal auch atypische Zellen sichtbar werden – häufig schnell, wenn die Praxis über die erforderlichen Färbemittel, ein Mikroskop und geschultes Personal verfügt.
„Zytologie“ bezeichnet die Untersuchung von Zellen. Sie ist weder eine Kultur noch ein Allergietest oder eine vollständige Diagnose der Hauterkrankung.
Wie Proben für eine Zytologie entnommen werden können
Die Entnahmemethode wird an die jeweilige Läsion angepasst. Zu den gängigen Methoden in der Tiermedizin gehören:
- Direktabklatsch: Ein Objektträger wird auf eine Läsion oder auf das unter einem Schorf freiliegende Material gedrückt.
- Klebestreifenpräparat: Mit einem transparenten Klebestreifen werden Zellen und oberflächliche Mikroorganismen aufgenommen – häufig von trockenen, schuppigen oder gefalteten Hautstellen sowie aus schwer erreichbaren Bereichen.
- Abstrich: Mit einem Tupfer wird Material von ausgewählten feuchten Stellen, Hautfalten, Fistelgängen oder Läsionen aufgenommen und zur Untersuchung übertragen.
- Zytologie anhand eines Hautgeschabsels: Oberflächliches Material wird entnommen und zur mikroskopischen Untersuchung auf einen Objektträger aufgebracht.
- Feinnadelaspiration: Mit einer Nadel werden, sofern klinisch angezeigt, Zellen oder Material aus einem Knoten, einer Raumforderung, einer Pustel oder einer tiefer gelegenen Läsion entnommen.
Diese Methoden sind nicht austauschbar. Feuchtes Sekret lässt sich möglicherweise gut auf einen Objektträger übertragen, während eine trockene oder gefaltete Hautstelle mit einem Klebestreifen mehr verwertbares Material liefern kann. Ein tief sitzender Knoten stellt bei der Probenentnahme eine andere Herausforderung dar als eine fettige, oberflächliche Hautstelle.
Was kann in einem Zytologiebericht stehen?
Ein Tierarzt kann unter anderem Folgendes beschreiben:
- Entzündungszellen: Weiße Blutkörperchen wie neutrophile Granulozyten können auf eine aktive Entzündung hindeuten.
- Intrazelluläre Mikroorganismen: Bakterien, die innerhalb von Entzündungszellen zu sehen sind, können für eine bakterielle Beteiligung sprechen.
- Extrazelluläre Mikroorganismen: Mikroorganismen können auch außerhalb von Zellen sichtbar sein. Für die Beurteilung spielen dabei ihre Menge und die umgebende Entzündung eine Rolle.
- Kokken: Runde Bakterienformen.
- Stäbchenförmige Bakterien: Längliche Bakterienformen, die Einfluss darauf haben können, ob eine Kultur angelegt wird.
- Kernströme: Streifig angeordnetes Kernmaterial, das mit Zellschäden einhergeht und manchmal bei ausgeprägten Entzündungen und einer bakteriellen Beteiligung zu sehen ist.
- Keratinozyten oder Schuppen: Hautzellen und Keratinreste, die zusätzliche Hinweise zur Probe liefern.
- Malassezia-artige Hefepilze: Typisch geformte Hefepilze, die auf der Haut von Hunden vorkommen können.
- Atypische Zellen: Ungewöhnliche Zellmerkmale, die eine Untersuchung im Labor, eine Feinnadelaspiration oder eine Biopsie erforderlich machen können.
Eine Zytologie kann die Morphologie von Bakterien beschreiben, also ihre Form und Anordnung. Die Morphologie entspricht jedoch nicht der Identifizierung der Bakterienart. Der Befund „Kokken gesehen“ identifiziert das Bakterium daher nicht eindeutig und liefert kein Empfindlichkeitsprofil.
Beweist der Nachweis von Bakterien eine Infektion?
Nein. Der Nachweis von Bakterien kann eine Infektion stützen, wenn die beobachteten Erreger, das Entzündungsmuster, die Hautveränderung und die klinischen Anzeichen zusammenpassen. Jedes auf einem Objektträger sichtbare Bakterium beweist jedoch nicht automatisch eine Erkrankung.
Dabei ist auch wichtig, wo sich die Bakterien befinden. Intrazelluläre Bakterien können für die Beurteilung aussagekräftiger sein als wenige extrazelluläre Bakterien in einer oberflächlich entnommenen Probe. Auch das Ausmaß der Entzündung, die Art der Hautveränderung, die beprobte Körperstelle und die Qualität der Probenentnahme spielen eine Rolle.
Es gibt keine allgemeingültig validierte Anzahl von „Bakterien pro Gesichtsfeld“, mit der sich eine Hautinfektion beim Hund an jeder Körperstelle und in jeder Probe eindeutig definieren lässt. Auf gesunder Haut können Bakterien vorkommen, und die Anzahl der Erreger variiert je nach Vorgehensweise und Körperstelle. Ein Befund wie „vereinzelt Kokken“ muss daher anders bewertet werden als eine sorgfältig entnommene Probe aus einer Hautveränderung, die eine ausgeprägte Entzündung und Bakterien in Entzündungszellen zeigt.
Beweist der Nachweis von Malassezia eine Hefedermatitis?
Nein. Malassezia kann Teil der normalen mikrobiellen Besiedlung der Hundehaut sein, unter geeigneten Bedingungen aber auch als opportunistischer Krankheitserreger wirken. Der Befund muss im Zusammenhang mit der Körperstelle, der Menge der Erreger, passenden klinischen Anzeichen, gleichzeitig bestehenden Erkrankungen und dem Ansprechen auf die tierärztlich veranlasste Behandlung beurteilt werden.
Die WAVD-Konsensleitlinie zu Malassezia erklärt, dass die Ausbeute bei der Probenentnahme und die Anzahl der Hefepilze je nach Körperstelle, Rasse, Methode, Färbung und untersuchender Person variieren. Sie belegt keinen einheitlichen Grenzwert für die Anzahl von Hefepilzen, mit dem sich bei jedem Hund eine Dermatitis diagnostizieren lässt.
Das hilft, zwei Befunde zu verstehen, die sonst widersprüchlich erscheinen können:
- Eine geringe Anzahl von Hefezellen muss nicht die Hauptursache einer Hautveränderung sein.
- Eine mäßige Anzahl kann bei einem Hund mit passenden Anzeichen oder einer Überempfindlichkeit dennoch klinisch relevant sein.
Wenn Sie einen Befund prüfen, in dem Hefepilze erwähnt werden, erklärt unser veterinärmedizinisch fundierter Ratgeber zu hefeassoziierten Hautproblemen warum Geruch, Rötungen, Lecken und eine Verschlechterung der Anzeichen erneut beurteilt werden sollten, statt sie einer vermuteten „Absterbereaktion“ zuzuschreiben.
Was bedeutet ein negativer Zytologiebefund?
Eine negative Zytologie bedeutet, dass der gesuchte Befund in dieser konkreten Probe nicht festgestellt wurde. Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Infektion, ein Parasitenbefall, eine Allergie oder eine andere Hauterkrankung ausgeschlossen ist.
Mögliche Erklärungen sind:
- Die ausgewählte Hautveränderung enthielt kein repräsentatives Material.
- Der Prozess liegt tiefer, als die Methode zur Probenentnahme reicht.
- Die Anzahl der Erreger war gering oder ungleichmäßig verteilt.
- Eine kürzlich erfolgte Reinigung oder Behandlung hat die Probe beeinflusst.
- Auf dem Objektträger befand sich zu wenig Material oder die Probe war schwer auszuwerten.
- Die vermutete Erkrankung lässt sich mit dieser zytologischen Methode nicht zuverlässig nachweisen.
- Die Beschwerden des Hundes haben eine andere Ursache.
Eine in der ISCAID-Leitlinie zusammengefasste diagnostische Untersuchung berichtete bei einer bestimmten zytologischen Auswertung einer oberflächlichen Pyodermie anhand von neutrophilen Granulozyten und intrazellulären Kokken eine Sensitivität von 93%. Die Leitlinie weist jedoch darauf hin, dass das Fehlen von Kokken eine oberflächliche Pyodermie nicht vollständig ausschließt und dass eine oberflächliche Probe nur wenig Aussagekraft beim Ausschluss einer tiefen Infektion hat. Dieser Wert von 93% darf nicht auf Milben, eine Hefedermatitis, eine tiefe Pyodermie, Tumoren, Dermatophyten oder jede andere Form einer Hauterkrankung beim Hund übertragen werden.
Wie unterscheiden sich oberflächliche und tiefe Hautgeschabsel?
Bei einem oberflächlichen Hautgeschabsel wird Material von der äußeren Hautoberfläche entnommen, während ein tiefes Hautgeschabsel Material aus den Haarfollikeln erfassen soll. Wie tief geschabt wird, richtet sich danach, in welcher Hautschicht sich der vermutete Erreger oder andere Ziel vermutlich befindet.
Je nach Fragestellung kann das tierärztliche Team das Fell kürzen, mehrere Läsionen auswählen, Öl auftragen, die Haut zusammendrücken oder andere professionelle Techniken anwenden. Dabei handelt es sich um Untersuchungsverfahren in der Praxis und nicht um Methoden zur Probenentnahme zu Hause.
| Merkmal | Oberflächliches Hautgeschabsel | Tiefes Hautgeschabsel |
|---|---|---|
| Angestrebte Tiefe | Äußere Oberfläche der Epidermis | Bis in das Follikelmaterial |
| Endpunkt der Entnahme | Wird nicht absichtlich bis zu einer kapillären Blutung fortgesetzt | Wird häufig so lange fortgesetzt, bis eine kapilläre Blutung anzeigt, dass die erforderliche Entnahmetiefe erreicht ist |
| Typische diagnostische Fragestellung | Suche nach einem Ziel, das nahe der Hautoberfläche erwartet wird | Suche nach Follikelmilben wie Demodex |
| Auswahl der Entnahmestelle | Abhängig vom vermuteten Parasiten und dem Muster der Hautveränderungen | Geeignete primäre Hautveränderungen werden ausgewählt; stark ulzerierte oder anderweitig veränderte Stellen liefern möglicherweise weniger aussagekräftiges Material |
| Bedeutung eines negativen Ergebnisses | Hängt von der vermuteten Milbenart, der Entnahmestelle, der Anzahl der Milben und der Methode ab | Verringert die Wahrscheinlichkeit eines Nachweises bei korrekter Probenentnahme, führt aber nicht zu einer allgemeingültigen Regel für jeden Patienten |
Eine kapilläre Blutung bei einem tiefen Hautgeschabsel zeigt die erreichte Entnahmetiefe an und ist kein positives Krankheitsergebnis. Sie deutet darauf hin, dass die Probe wahrscheinlich bis in die gewünschte Hautschicht vorgedrungen ist.
Warum werden manchmal mehrere Stellen abgeschabt?
Parasiten und Hautveränderungen können ungleichmäßig verteilt sein. Die Entnahme von Proben an mehreren geeigneten Stellen kann aussagekräftigere Ergebnisse liefern, als sich auf eine einzige veränderte Stelle oder eine Stelle mit wenig Material zu verlassen.
Bei Verdacht auf eine Demodikose beim Hund beschreibt die WAVD-Konsensusleitlinie zur Demodikose mehrere tiefe Hautgeschabsel von ausgewählten betroffenen Stellen als Methode der Wahl für die meisten Patienten. Während der Probenentnahme kann der Tierarzt oder die Tierärztin die Haut zusammendrücken, damit Follikelinhalt näher an die Oberfläche gelangt.
Die Leitlinie liefert außerdem ein hilfreiches Beispiel dafür, warum auch ein positiver Befund immer im Zusammenhang betrachtet werden muss. Demodex Milben können Teil der normalen Mikrofauna von Hunden sein. Eine einzelne Milbe in mehreren Hautgeschabseln kann ein ungewöhnlicher Normalbefund sein, während mehr als eine Milbe bei einem Hund mit passenden Hautveränderungen stark für eine klinisch relevante Demodikose spricht. Wird nur eine Milbe gefunden und besteht weiterhin ein klinischer Verdacht, kann eine weitere Probenentnahme erwogen werden, anstatt die Anzahl automatisch als eindeutigen Beweis zu werten.
Schließt ein negatives Hautgeschabsel einen Milbenbefall aus?
Ein negatives Ergebnis bedeutet, dass im entnommenen Material keine Milben nachgewiesen wurden. Es sollte unter Berücksichtigung der vermuteten Milbenart, der Tiefe des Hautgeschabsels, der Auswahl der Entnahmestelle, der Probenqualität, des Ausmaßes der Erkrankung und gegebenenfalls eingesetzter alternativer Methoden interpretiert werden.
Die aussagekräftigsten verfügbaren Hinweise zu den Grenzen falsch-negativer Ergebnisse beziehen sich speziell auf Demodex, nicht auf alle Milbenarten beim Hund. In seltenen Fällen mit Verdacht auf Demodikose können tiefe Hautgeschabsel, eine Untersuchung ausgezupfter Haare und Tesafilmpräparate weiterhin negativ ausfallen, während eine spätere Biopsie Milben in Haarfollikeln oder entzündlich veränderten Strukturen nachweist. Das bedeutet weder, dass jedes negative Hautgeschabsel unzuverlässig ist, noch dass jeder Hund eine Biopsie benötigt.
Eine vergleichende Demodikose-Studie, die in PubMed erfasst ist, untersuchte 67 Hunde, bei denen bereits eine Demodikose diagnostiziert worden war. In 85.1% der durch Auszupfen gewonnenen Haarproben wurde mindestens ein parasitärer Bestandteil nachgewiesen, während tiefe Hautgeschabsel mehr parasitäre Bestandteile lieferten und eine höhere diagnostische Sensitivität aufwiesen. Die Studie stützt die eng gefasste Schlussfolgerung, dass ein negatives Ergebnis der Haaruntersuchung eine Demodikose nicht ausschließen kann. Sie liefert keine allgemeine Rate falsch-negativer Ergebnisse für alle Hunde, alle Milbenarten oder oberflächliche Hautgeschabsel bei Sarcoptes-Räude.
Nach einem negativen Hautgeschabsel sind vor allem folgende Fragen hilfreich:
- Nach welcher Milbenart oder Erkrankung hat die Tierärztin oder der Tierarzt gesucht?
- Wurde ein oberflächliches oder ein tiefes Hautgeschabsel entnommen?
- Wurden mehrere repräsentative Stellen untersucht?
- Spricht das Muster der Hautveränderungen weiterhin für den ursprünglichen Verdacht?
- Könnte eine andere Methode der Probenentnahme die noch offene Frage beantworten?
- Wären der Verlauf unter einer Behandlung, eine erneute Untersuchung oder ein anderer diagnostischer Weg aussagekräftiger?
Wann kann eine Kulturuntersuchung nach einer Zytologie erforderlich sein?
Eine Kulturuntersuchung kann erforderlich sein, weil die Zytologie in einer Probe Zellen und die Form von Mikroorganismen sichtbar macht, während bei einer Kultur versucht wird, vermehrungsfähige Mikroorganismen zur Identifizierung anzuzüchten. Bei der anschließenden Empfindlichkeitsprüfung wird ein Bakterienisolat mit standardisierten Labormethoden untersucht.
Zytologie und Kultur beantworten daher miteinander verbundene, aber unterschiedliche Fragen:
- Zytologie: „Wie sehen die Zellen, die Entzündung und die Formen der Mikroorganismen hier aus?“
- Bakterienkultur: „Welche vermehrungsfähigen Bakterien wachsen aus dieser Probe?“
- Empfindlichkeitsprüfung: „Wie reagiert das gewonnene Isolat unter standardisierten Testbedingungen?“
Das ist der entscheidende Unterschied zwischen Zytologie und Kultur bei einer Hautinfektion des Hundes.
Wann wird eine Bakterienkultur besonders relevant?
Die aktuellen Empfehlungen der ISCAID raten zu einer Bakterienkultur und einer Empfindlichkeitsprüfung, sobald eine systemische antimikrobielle Behandlung geplant ist. Sie befürworten diese Untersuchungen außerdem nachdrücklich in Situationen wie:
- Verdacht auf eine tiefe Pyodermie
- Wiederkehrende Erkrankung
- Frühere Infektion mit Methicillin-resistenten Staphylokokken
- Kürzliche oder häufige Anwendung systemischer antimikrobieller Medikamente
- Keine Besserung trotz einer geeigneten Behandlung
- Neue Hautveränderungen, die während der Behandlung entstehen
- Stäbchenförmige Bakterien in der Zytologie
- Mehr als eine bakterielle Erscheinungsform in der Zytologie
- Andere Gründe für den Verdacht auf ein erhöhtes Risiko antimikrobieller Resistenzen
Das bedeutet nicht, dass jeder zytologische Nachweis von Bakterien zu einer systemischen Medikamentenbehandlung führt. Je nach Tiefe, Schweregrad und Lage der Infektion, zugrunde liegender Erkrankung und individuellen Faktoren des Tieres können manche Hautinfektionen auch mit anderen von der Tierärztin oder dem Tierarzt ausgewählten Maßnahmen behandelt werden.
Unser Leitfaden zu Pfotenlecken, Geruch, Bakterien und Hefepilzen liefert weitere Informationen dazu, warum Beobachtungen bei der Fellpflege eine Zytologie oder tierärztliche Untersuchung nicht ersetzen können.
Warum ist das Untersuchungsmaterial für eine Kultur so wichtig?
Eine Kultur kann nur Erreger vermehren, die in der eingesandten Probe vorhanden sind. Liegt der klinisch relevante Prozess in tieferen Hautschichten, die Probe stammt aber von der Oberfläche, beschreibt der Befund möglicherweise nur die Oberfläche und nicht die tiefer liegende Läsion.
Bei oberflächlichen Hauterkrankungen kann die Tierärztin oder der Tierarzt Material aus einer intakten Pustel oder unter einem Schorf entnehmen. Tiefe Knoten, nässende Fistelgänge oder vermutete tiefe Infektionen erfordern möglicherweise eine mittels Aspiration oder Gewebeprobe gewonnene Probe – mit einer geeigneten Schmerzbekämpfung, Sedierung oder Narkose, je nach Einschätzung des tierärztlichen Teams.
Was bringt eine antimikrobielle Empfindlichkeitsprüfung zusätzlich?
Die antimikrobielle Empfindlichkeitsprüfung, häufig abgekürzt als AST, bewertet ein gewonnenes Bakterienisolat mithilfe von Labormethoden und tiermedizinischen Bewertungskriterien. Der CLSI-Standard für die Empfindlichkeitsprüfung in der Veterinärmedizin legt aktuelle Testkategorien, Anforderungen an die Qualitätskontrolle und tiermedizinische Grenzwerte für geeignete Bakterien und Arzneimittel fest.
In einem Empfindlichkeitsbefund können Kategorien wie empfindlich oder resistent verwendet werden. Diese Kategorien sind wertvoll, stellen für Tierhalterinnen und Tierhalter jedoch keine Behandlungsauswahl dar.
Ein im Labor als „empfindlich“ eingestuftes Ergebnis garantiert keinen klinischen Erfolg. Die Wahl des Arzneimittels kann weiterhin von Folgendem abhängen:
- Ob das kultivierte Isolat klinisch relevant ist
- Vom Ort und der Tiefe der Infektion
- Ob ein tiermedizinischer Grenzwert vorliegt
- Von Dosierung und Verabreichungsweg
- Vom Alter und Gesundheitszustand des Tieres
- Von anderen Medikamenten
- Vom Risiko unerwünschter Wirkungen
- Von den örtlichen Vorschriften zur Verschreibung
- Davon, ob eine äußerliche oder systemische Behandlung geeignet ist
Die Tierärztin oder der Tierarzt beurteilt den Laborbefund in diesem größeren Zusammenhang. Beginnen, beenden, ersetzen oder verwenden Sie antimikrobielle Medikamente nicht erneut allein aufgrund eines Befundbogens.
Bakterielle Kultur, Dermatophytenkultur und Hefezellzytologie sind unterschiedliche Untersuchungen
Der Begriff „Kultur“ ist unvollständig, solange nicht festgelegt ist, welcher Erreger untersucht werden soll. Eine bakterielle Kultur, ein Empfindlichkeitstest für Bakterien, eine Dermatophytenkultur und eine Zytologie auf Malassezia sind keine austauschbaren Untersuchungen.
Bakterielle Kultur
Bei einer bakteriellen Kultur wird versucht, aus einer repräsentativen Probe vermehrungsfähige Bakterien zu gewinnen. Das Labor kann ein oder mehrere Isolate identifizieren. Falls dies angefordert und sinnvoll ist, kann anschließend eine Empfindlichkeitsprüfung durchgeführt werden.
Eine positive Kultur beweist nicht allein, dass jeder nachgewiesene Erreger die Läsion verursacht hat. Auf der Haut können sich auch Bakterien befinden, die sie lediglich besiedeln. Wie relevant die Probe ist, hängt davon ab, wo und wie sie entnommen wurde.
Dermatophytenkultur
Dermatophyten sind Pilze, die keratinisierte Gewebe wie Haare und die oberflächliche Haut befallen. Bei einer Dermatophytenkultur werden ausgewählte Haare, Hautschuppen oder Läsionsmaterial auf Pilzwachstum untersucht und die Pilze identifiziert.
Dieser Untersuchungsweg unterscheidet sich von:
- einer bakteriellen Kultur bei Verdacht auf Pyodermie
- einer bakteriellen Empfindlichkeitsprüfung
- einer Zytologie mit Nachweis von Malassezia-artige Hefen
- Eine allgemeine Aussage wie „Pilze wurden gefunden“
Nach dem von Merck beschriebenen Point-of-Care-Protokoll werden Dermatophytenkulturplatten täglich untersucht und am 14. Tag abschließend ausgewertet. Die tatsächliche Zeit bis zur Befundübermittlung kann je nach Versand, Arbeitsabläufen im Labor, Kontamination, bestätigender Identifizierung und angewandter Methode variieren. Tag 14 ist ein Beispiel aus diesem Protokoll und keine garantierte Bearbeitungszeit für jede Praxis oder jeden Pilznachweis.
Auch ein Kulturergebnis muss klinisch eingeordnet werden. Pilzmaterial kann auf dem untersuchten Fell vorhanden sein, ohne unabhängig davon zu beweisen, dass jede Hautveränderung durch eine aktive Invasion mit Dermatophyten verursacht wird.
Malassezia Zytologie
Die routinemäßige Abklärung einer vermuteten Malassezia-assoziierten Dermatitis stützt sich in der Regel auf die Zytologie und den klinischen Kontext. Die Tierärztin oder der Tierarzt beurteilt die Morphologie der Organismen, ihre ungefähre Menge, die betroffene Körperstelle, die Anzeichen, gleichzeitig bestehende Erkrankungen und das Ansprechen auf die Behandlung.
Der Nachweis von Malassezia in der Zytologie ist nicht dasselbe wie ein Dermatophytenkulturergebnis. „Hefen“, „Pilze“ und „Ringelflechte“ sollten nicht als Synonyme behandelt werden.
Wie sind positive, negative, gemischte oder nicht eindeutige Ergebnisse zu verstehen?
Die sicherste Interpretation beginnt bei der Probe und der Frage, die mit dem Test beantwortet werden soll. „Positiv“ bedeutet, dass ein gesuchter oder relevanter Befund nachgewiesen wurde; „negativ“ bedeutet, dass er in dieser Probe nicht nachgewiesen wurde; „gemischt“ bedeutet, dass mehrere Befunde oder widersprüchliche Hinweise vorliegen; und „nicht eindeutig“ bedeutet, dass die Probe oder das Ergebnis die Frage nicht klar genug beantwortet hat.
Keine dieser Bezeichnungen sollte ohne den entsprechenden Kontext interpretiert werden.
| Formulierung im Befund | Was sie sinnvollerweise bedeuten kann | Was sie nicht automatisch bedeutet | Nützliche Frage für das weitere Vorgehen |
|---|---|---|---|
| Positiv | Der Test hat den angegebenen Zielorganismus, Zelltyp, das Zellbild oder ein Wachstum nachgewiesen. | Der Befund hat jedes Symptom verursacht oder erklärt die zugrunde liegende Erkrankung. | „Wie gut passt dieser Befund zu der Hautveränderung und den Untersuchungsergebnissen?“ |
| Negativ | Der gesuchte Befund wurde in der eingesandten Probe nicht nachgewiesen. | Die vermutete Erkrankung ist ausgeschlossen. | „Wie stark verringert dieses konkrete negative Ergebnis Ihre Besorgnis?“ |
| Gemischt | Mehrere Organismen, Entzündungsmuster oder Testergebnisse liegen vor. | Jeder Befund muss gesondert behandelt werden. | „Welcher Befund erscheint klinisch relevant?“ |
| Nicht eindeutig | Die Probe war begrenzt, nicht repräsentativ, verunreinigt oder nicht spezifisch genug. | Der Test war nutzlos oder der Hund hat keine Hauterkrankung. | „Würde eine Wiederholung dieses Tests oder eine andere Methode die weitere Vorgehensweise ändern?“ |
Ergebnisse immer im Kontext betrachten
Wenn auf Ihrem Befund positiv steht, fragen Sie:
- Was genau wurde nachgewiesen?
- Stammt der Befund aus einer Zytologie, einem Hautgeschabsel, einer Kultur oder einer histopathologischen Untersuchung?
- Sprechen die Menge, der Fundort oder das Entzündungsmuster für eine klinische Bedeutung?
- Welcher zugrunde liegende Faktor könnte dazu geführt haben, dass sich das Problem entwickelt oder wiederholt hat?
Wenn dort negativ steht, fragen Sie:
- Was konnte dieser Test tatsächlich ausschließen?
- Wurde die Probe an der aussagekräftigsten Stelle und aus der passenden Tiefe entnommen?
- Verringert das negative Ergebnis die Sorge deutlich oder nur geringfügig?
- Welche andere Erklärung rückt nun auf der Liste nach oben?
Wenn dort gemischt steht, fragen Sie:
- Sind sowohl Bakterien als auch Hefen klinisch relevant?
- Ist einer der Befunde wahrscheinlich die Folge einer anderen Erkrankung?
- Stimmen die Ergebnisse von der Hautoberfläche mit einem tieferen Probenbefund überein?
- Welcher Befund beeinflusst den nächsten Schritt?
Wenn dort nicht eindeutig steht, fragen Sie:
- War ausreichend Probenmaterial vorhanden?
- Könnten eine vorherige Behandlung oder die Reinigung der Läsion die Probe beeinflusst haben?
- Kann eine erneute Probenentnahme hilfreich sein?
- Wäre eine andere Läsion, eine andere Entnahmetiefe oder ein anderer Test aussagekräftiger?
Diese Funktion interpretiert das Ergebnis nicht für Ihren Hund. Sie hilft Ihnen dabei, nach dem fehlenden Kontext zu fragen, der aus Laborsprache eine tierärztliche Entscheidung macht.
Warum wiederkehrende Probleme die weitere Abklärung verändern
Wiederkehrende Hautinfektionen oder wiederholte Hefenachweise werfen oft eine zweite Frage auf: Warum wird die Haut immer wieder anfällig?
Mögliche Ursachenbereiche sind allergische Erkrankungen, Parasitenkontakt, chronische Feuchtigkeit, Hautfalten, selbst zugefügte Verletzungen, hormonelle Erkrankungen, Auswirkungen auf das Immunsystem, anatomische Besonderheiten oder eine unvollständige Kontrolle eines früheren Problems. Welche Möglichkeiten infrage kommen, unterscheidet sich von Hund zu Hund.
Eine wiederholte zytologische Untersuchung bedeutet nicht zwangsläufig, dass der erste Test fehlerhaft war. Sie kann zeigen, ob sich das mikroskopische Muster verändert hat, ob weiterhin Erreger sichtbar sind oder ob eine neue Läsion ein anderes Profil aufweist.
Auch Pflege und Baden können bei ausgewählten Hunden das Wohlbefinden unterstützen, diagnostizieren oder beseitigen jedoch keine medizinischen Ursachen. Unser Leitfaden zum hautschonenden Baden bei juckenden Hunden erläutert den Unterschied zwischen unterstützender Hygiene und einer tierärztlich geleiteten Diagnose.
Was lässt sich mit diesen Tests allein nicht diagnostizieren?
Zytologie, Hautgeschabsel und Kulturen können die vollständige Ursache chronischen Juckreizes nicht unabhängig voneinander feststellen. Sie untersuchen jeweils bestimmte Fragen zu Infektionen, Erregern, Entzündungen oder Parasiten. Eine atopische Dermatitis beim Hund lässt sich damit allein jedoch nicht diagnostizieren, ebenso wenig lässt sich beweisen, dass ein bestimmter Erreger jede Läsion verursacht hat. Wenn die Gewebestruktur beurteilt werden muss, ersetzen diese Untersuchungen außerdem keine Biopsie.
Sie sind keine eigenständigen Allergietests
Die AAHA-Leitlinie zu allergischen Hauterkrankungen besagt, dass die atopische Dermatitis beim Hund eine Ausschlussdiagnose ist. Ein intradermaler Allergietest oder ein Allergentest aus dem Blutserum diagnostiziert eine Atopie nicht allein. Solche Tests können eingesetzt werden, um Allergene zu bestimmen, wenn nach gesicherter klinischer Diagnose eine allergenspezifische Immuntherapie geplant ist.
Diese Reihenfolge ist wichtig. Ein Hund kann gleichzeitig an einer allergischen Erkrankung und an einer sekundären bakteriellen oder durch Hefepilze verursachten Infektion leiden. Eine Zytologie kann das sekundäre mikrobielle Muster dokumentieren, lässt die Frage nach der zugrunde liegenden Allergie jedoch offen.
Der jahreszeitliche Verlauf kann ein hilfreicher Hinweis sein, ist aber kein Beweis. Parasiten und sekundäre Infektionen können ähnliche Symptome verursachen. Unser Leitfaden zu saisonalen Allergiemustern bei Hunden erläutert, warum zeitlicher Verlauf, Untersuchungsergebnisse und der klinische Zusammenhang gemeinsam betrachtet werden müssen.
Sie sind kein Ersatz für eine Biopsie
Bei der Zytologie werden einzelne Zellen und entnommenes Material untersucht. Die Histopathologie untersucht die Gewebearchitektur, also die Anordnung von Zellen und Strukturen in einer intakten Gewebeprobe.
Eine Biopsie kann in folgenden Fällen in Betracht gezogen werden:
- Schwere oder rasch fortschreitende Läsionen
- Ungewöhnliche Läsionen
- Verdacht auf eine Neubildung
- Eine Erkrankung, die sich während der Behandlung entwickelt
- Unzureichendes Ansprechen auf eine geeignete Behandlung
- Erkrankungen, bei denen das Gewebemuster für die Diagnose entscheidend ist
- Seltene Fälle, in denen Erreger in tiefer liegenden Strukturen vermutet werden
Die Testempfehlungen der Cornell-Dermatopathologie erläutern, dass Biopsieberichte bei entzündlichen Hauterkrankungen zu einer morphologischen Diagnose und einer Liste möglicher Differenzialdiagnosen führen können, statt eine einzige eindeutige Antwort zu liefern. Dieses Ergebnis kann dennoch hilfreich sein, weil es zu weiteren Untersuchungen Anlass geben oder die möglichen Ursachen eingrenzen kann.
Eine Biopsie ist nicht automatisch eindeutig. Die Aussagekraft hängt unter anderem von der Auswahl der Läsion, dem Zeitpunkt, der Handhabung, vorausgegangenen Behandlungen, den an die Pathologie übermittelten Informationen zur Krankengeschichte und der Art der Erkrankung ab.
Sie beweisen nicht die zugrunde liegende Ursache wiederkehrender Beschwerden
Eine Kultur kann Bakterien in einer wiederkehrenden Läsion nachweisen. Damit ist jedoch nicht automatisch erklärt, warum die Infektion erneut aufgetreten ist.
Mit einem Hautgeschabsel lassen sich möglicherweise Milben nachweisen. Dadurch ist jedoch nicht automatisch geklärt, ob jedes Symptom mit Milben zusammenhängt oder ob zusätzlich eine sekundäre Infektion behandelt werden muss.
Eine Zytologie kann Hefepilze sichtbar machen. Damit ist jedoch nicht geklärt, ob eine allergische Erkrankung, Hautfalten, Feuchtigkeit, eine hormonelle Erkrankung oder ein anderer Faktor dazu beigetragen hat.
Das praktische Ziel besteht darin, jedes Ergebnis mit der nächsten klinischen Frage zu verknüpfen, statt von einer einzigen Untersuchung eine Erklärung für den gesamten Fall zu erwarten.
Wie können Sie Ihren Hund auf eine Hautuntersuchung vorbereiten?
Eine gute Vorbereitung beginnt mit genauen Informationen. Informieren Sie die Praxis über jedes kürzlich verwendete Medikament zum Einnehmen, jede Injektion, jedes Shampoo, Reinigungstuch, Spray, jede Salbe, jedes Parasitenmittel, Nahrungsergänzungsmittel und Hausmittel. Befolgen Sie außerdem die Anweisungen der Praxis zum Baden, Reinigen, Füttern und zur Verabreichung von Medikamenten.
Reinigen Sie eine Läsion nicht unmittelbar vor dem Termin, es sei denn, die Praxis weist Sie dazu an. Oberflächliches Material kann für die Diagnose hilfreich sein. Setzen Sie Antibiotika, Antimykotika, Kortisonpräparate, Parasitenprophylaxe, Allergiemedikamente, medizinische Shampoos oder äußerlich anzuwendende Produkte nicht eigenständig ab.
Die ISCAID weist darauf hin, dass es unter praktischen Bedingungen sinnvoll sein kann, eine antimikrobielle Behandlung mindestens zwei Tage vor einer bakteriellen Kultur zu pausieren. Zugleich wird in der Leitlinie betont, dass für diesen Zeitraum keine direkten wissenschaftlichen Belege vorliegen. Für manche Hunde kann eine Behandlungspause unsicher oder ungeeignet sein. Diese Entscheidung muss die behandelnde Tierärztin oder der behandelnde Tierarzt treffen.
Bringen Sie eine kurze Krankengeschichte zur Haut mit
Notieren Sie:
- Wann die Anzeichen begonnen haben
- Welche Körperstelle zuerst betroffen war
- Ob sich das Problem ausbreitet oder an eine andere Stelle verlagert
- Ob die Anzeichen saisonal oder ganzjährig auftreten
- Ob Geruch, Schuppen, fettige Haut, Krusten, Wunden, Pusteln, Haarausfall oder Flüssigkeitsaustritt vorhanden sind
- Wie häufig Ihr Hund leckt, knabbert, sich reibt oder kratzt
- Ob Ohren und Pfoten betroffen sind
- Veränderungen bei Appetit, Durst, Energie, Gewicht, Kotabsatz oder Verhalten
- Kontakt zu anderen Tieren
- Reisen, Aufenthalte in einer Tierpension, Fellpflege, Schwimmen oder Veränderungen in der Umgebung
- Frühere Diagnosen
- Frühere Befundberichte
- Verwendete Produkte und Behandlungen
- Ob die jeweilige Behandlung geholfen hat, wirkungslos blieb oder die Anzeichen scheinbar verschlimmert hat
- Wie schnell das Problem nach einer Besserung zurückgekehrt ist
Fotos können den Verlauf veranschaulichen, insbesondere wenn sich die Hautveränderungen vor dem Termin immer wieder verändern. Datieren Sie jedes Bild und bearbeiten Sie weder Farbe noch Kontrast.
Bereiten Sie sich mit dem Sechs-Punkte-Check auf den Termin vor
Geben Sie sich für jeden Punkt, den Sie vorlegen können, einen Punkt:
Auswertung:
- 0–2 Punkte: Sammeln Sie zuerst die Medikamentenliste, den zeitlichen Verlauf und frühere Unterlagen.
- 3–4 Punkte: Sie haben bereits wichtige Informationen zusammengestellt. Ergänzen Sie, wenn möglich, Fotos und Angaben dazu, wie Ihr Hund auf die Behandlungen reagiert hat.
- 5–6 Punkte: Sie sind gut vorbereitet, um zu besprechen, was mit den einzelnen Tests geklärt werden soll.
Dieser Punktestand zeigt, wie gut Sie Informationen für den Termin zusammengestellt haben. Er sagt nichts über den Schweregrad einer Erkrankung aus, lässt keine Diagnose vorhersagen und bestimmt nicht, welcher Test für Ihren Hund erforderlich ist.
Was erwartet Sie bei der Probenentnahme?
Die Probenentnahme hängt von der Methode und vom jeweiligen Hund ab.
Bei Klebestreifenpräparaten und Abklatschproben wird die Hautoberfläche berührt. Bei einem Hautgeschabsel wird gezielt Material aus der ausgewählten Hauttiefe entnommen. Feinnadelaspirate und Gewebeproben sind invasiver. Je nach Tiefe und Lage der Hautveränderung, dem Wohlbefinden des Hundes und der Einschätzung der Tierärztin oder des Tierarztes können dabei eine Schmerzlinderung, eine Sedierung oder eine Narkose erforderlich sein.
Stellen Sie vor der Probenentnahme folgende Fragen:
- Welches Material wird entnommen?
- Von welcher Hautveränderung oder Körperstelle?
- Muss das Fell geschoren werden?
- Ist mit einer Schmerzbehandlung, Sedierung oder Narkose zu rechnen?
- Gibt es Anweisungen für die Nachsorge?
- Wird die Probe in der Praxis untersucht oder an ein Labor geschickt?
- Welche Befunde würden eine weitere Untersuchung erforderlich machen?
Es gibt keine evidenzbasierte, allgemeingültige Rangfolge der Schmerzhaftigkeit für alle Methoden der Zytologie, Hautgeschabsel, Kulturen und Biopsien. Wie unangenehm die Untersuchung ist, hängt vom Verfahren, der Hautveränderung, ihrer Lage, dem Ausmaß der Entzündung, dem erforderlichen Maß an Fixierung und dem Temperament des Hundes ab.
Wie lange dauert es, bis die Ergebnisse vorliegen?
Die Dauer hängt von der jeweiligen Untersuchung und dem Labor ab.
- Zytologie: Wenn die Praxis über geeignete Färbemittel, ein Mikroskop, geschultes Personal und passende Abläufe verfügt, können die Befunde noch während desselben Termins vorliegen.
- Mikroskopische Untersuchung eines Hautgeschabsels: Die Praxis kann das Material möglicherweise zeitnah untersuchen. Die Abläufe und der erforderliche Interpretationsaufwand sind jedoch unterschiedlich.
- Bakterienkultur und Empfindlichkeitstest: Der Zeitrahmen hängt vom Transport, dem Wachstum, der Identifizierung der isolierten Erreger, Mischkulturen, den Methoden zur Empfindlichkeitsprüfung, Wochenenden und den Abläufen im Labor ab. Fragen Sie in der Praxis nach einer aktuellen Einschätzung.
- Dermatophytenkultur: Im genannten Merck-Protokoll für die patientennahe Diagnostik werden die Nährböden am 14. Tag abschließend ausgewertet. Die Methoden und Zeitpläne für die Befundübermittlung können vor Ort jedoch abweichen.
- Biopsie: Cornell gibt für den eigenen dermatopathologischen Dienst etwa vier Tage nach Eingang der Probe im Labor an. Das ist ein Beispiel dieser Einrichtung und keine allgemeingültige Aussage zur Dauer einer Biopsieauswertung.
Eine hilfreiche Auswahl für die Warteplanung ist:
- Ergebnis noch beim selben Termin erwartet: Fragen Sie, welche Entscheidungen bereits jetzt getroffen werden können und was noch unklar ist.
- Ergebnis aus externem Labor steht noch aus: Fragen Sie, ob eine vorübergehende Versorgung empfohlen wird und bei welchen Veränderungen Sie früher anrufen sollten.
- Untersuchung auf Erregerwachstum steht noch aus: Fragen Sie, ob vorläufige und abschließende Befunde getrennt mitgeteilt werden.
- Pathologischer Befund steht noch aus: Fragen Sie, ob eine Kultur, Spezialfärbungen oder eine zusätzliche Beratung den Zeitrahmen verlängern könnten.
Was ist mit den Kosten?
Für Zytologie, Hautgeschabsel, Kulturen, Empfindlichkeitstests oder Biopsien bei Hunden gibt es keinen verlässlich einheitlichen Preis. Die Kosten unterscheiden sich je nach Praxis, Standort, Anzahl der Entnahmestellen, Labor, Identifizierung der Erreger, Umfang des Empfindlichkeitstests, Versand, Sedierung oder Narkose, Spezialfärbungen, Beratung und Nachkontrollen.
Bitten Sie um einen schriftlichen Kostenvoranschlag, in dem die folgenden Posten getrennt aufgeführt sind:
- Untersuchungsgebühr
- Entnahme der Probe
- Mikroskopische Untersuchung in der Praxis
- Gebühren des externen Labors
- Kultur und Erregerbestimmung
- Empfindlichkeitstestung
- Sedierung, Anästhesie oder Schmerzmanagement
- Biopsie und histopathologische Untersuchung
- Nachuntersuchung oder erneute Testung
Der Test mit den niedrigsten Kosten ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung, wenn er die entscheidende Frage nicht beantworten kann. Eine gezieltere Probenentnahme kann zunächst mehr kosten, aber das Risiko verringern, auf Grundlage eines irreführenden oberflächlichen Ergebnisses zu handeln.
Ein besseres Gespräch über die nächsten Schritte
Die hilfreichste Frage im Anschluss lautet nicht: „War der Test gut oder schlecht?“, sondern: „Wie hat dieses Ergebnis die bisherige Einschätzung und die nächsten Schritte verändert?“
Nehmen Sie diese Checkliste zum Gespräch über die Ergebnisse mit:
- Welche diagnostische Frage sollte der Test beantworten?
- Welches Material wurde genau entnommen?
- War die Probe oberflächlich, aus dem Haarfollikel oder aus tieferen Hautschichten?
- Welcher Befund ist klinisch am wichtigsten?
- Passt das Ergebnis zum Untersuchungsbefund und zum Muster der Hautveränderungen?
- Was wird durch das Ergebnis gestützt?
- Was kann dadurch nicht ausgeschlossen werden?
- Könnte eine vorherige Behandlung die Probe beeinflusst haben?
- Ist der Befund wahrscheinlich die ursprüngliche Ursache, eine Folgeerscheinung oder unklar?
- Ändert das Ergebnis jetzt etwas an der Behandlung?
- Ist ein weiterer Test erforderlich, bevor ein systemisch wirkendes Medikament ausgewählt wird?
- Welche Anzeichen sollten sich zuerst bessern?
- Wann sollte der Verlauf erneut beurteilt werden?
- Woran würde man erkennen, dass die Behandlung nicht wirkt oder die Erkrankung wiederkehrt?
- Welche Veränderungen erfordern einen früheren Termin?
Für die regelmäßige Fellpflege kann sanftes Bürsten bei Hunden, die dies tolerieren, dabei helfen, lose Haare zu entfernen – vorausgesetzt, der Tierarzt hat schmerzhafte, infektiöse, parasitäre oder anderweitig auffällige Hautveränderungen bereits abgeklärt. Der Viva Massagebürste mit Sprühgriff ist eine besonders komfortable Pflegeoption zum leichten Auffrischen des Fells und kein Diagnose- oder Behandlungsgerät. Beenden Sie die Anwendung, wenn das Bürsten oder der Sprühnebel Beschwerden verursacht. Verwenden Sie Pflegegeräte nicht ohne tierärztliche Anleitung auf schmerzhaften, offenen, infizierten oder medizinisch ungeklärten Hautveränderungen.
Ebenso können Conditioner und Leave-in-Produkte weder Parasiten noch Allergien, bakterielle Infektionen, durch Hefepilze verursachte Hautentzündungen oder tieferliegende Erkrankungen behandeln. Unsere Übersicht zu Leave-in-Produkten für empfindliche Hunde zeigt, wo die Fellpflege endet und die medizinische Abklärung beginnt.
Häufig gestellte Fragen
Wozu dient eine Zytologie bei einem Hautproblem des Hundes?
Bei der Zytologie der Hundehaut werden Zellen und Material, die aus einer Hautveränderung entnommen wurden, unter dem Mikroskop untersucht. Dabei können Entzündungszellen, bakterienähnliche Organismen, Malassezia-artige Hefepilze, Keratin, Zellschäden und manchmal atypische Zellen sichtbar werden.
In der Regel lassen sich damit weder eine bestimmte Bakterienart identifizieren noch ein Empfindlichkeitsprofil für antimikrobielle Medikamente erstellen. Auch eine Allergie oder die vollständige Ursache wiederkehrender Hautprobleme lässt sich dadurch meist nicht feststellen.
Kann eine Zytologie der Hundehaut sowohl Bakterien als auch Hefepilze zeigen?
Ja. Eine Zytologieprobe kann gleichzeitig Bakterien, Hefepilze, Entzündungszellen und Hautreste enthalten.
Das gleichzeitige Auftreten mehrerer Befunde bedeutet nicht, dass jeder davon gleich wichtig ist. Der Tierarzt berücksichtigt Menge, Lage innerhalb der Zellen, Entzündung, Art der Hautveränderung, betroffene Körperstelle, klinische Anzeichen und vorherige Behandlungen, bevor er einschätzt, welche Befunde relevant erscheinen.
Ist eine Zytologie dasselbe wie eine Hautkultur?
Nein. Bei einer Zytologie wird entnommenes Material unter dem Mikroskop untersucht. Bei einer Kultur wird versucht, vermehrungsfähige Mikroorganismen aus einer Probe anzuzüchten.
Eine Zytologie kann schnell Hinweise auf Entzündungen und die Form der gefundenen Mikroorganismen liefern. Eine Bakterienkultur kann einen Erreger isolieren, und eine Empfindlichkeitsprüfung kann zusätzliche Laborinformationen darüber geben, wie dieser Erreger auf die getesteten antimikrobiellen Medikamente reagiert.
Warum war das Hautgeschabsel negativ, obwohl der Tierarzt weiterhin Milben vermutet?
Ein negatives Hautgeschabsel bedeutet, dass in dieser Probe keine Milben nachgewiesen wurden. Bei jeder durch Milben verursachten Erkrankung hat dieses Ergebnis jedoch nicht zwangsläufig dieselbe Bedeutung.
Die Interpretation hängt von der vermuteten Milbenart, der Tiefe des Geschabsels, der Auswahl der betroffenen Hautstellen, der Anzahl der Entnahmestellen, der Probenqualität, dem Ausmaß der Erkrankung und möglichen Alternativtests ab. Studien, die sich speziell mit Demodex befassen, zeigen, dass negative Ergebnisse alternativer Methoden eine Demodikose nicht immer ausschließen. Seltene, hartnäckige Fälle, bei denen eine Biopsie erforderlich ist, sollten jedoch nicht als Regelfall betrachtet werden.
Beweist eine positive Bakterienkultur eine Infektion?
Nein. Eine positive Kultur belegt, dass sich aus der eingesandten Probe vermehrungsfähige Bakterien anzüchten ließen. Sie beweist jedoch nicht allein, dass dieser isolierte Erreger die Hautveränderung verursacht hat.
Ob der Befund klinisch relevant ist, hängt von der Probenqualität, der Tiefe der Hautveränderung, der Zytologie, der Entzündung, den Untersuchungsergebnissen, der Krankengeschichte und der Frage ab, ob der Mikroorganismus auch eine Besiedlung oder Verunreinigung darstellen könnte.
Was bedeutet „Kultur und Empfindlichkeitsprüfung“ bei einer Hautinfektion beim Hund?
Mit dieser Bezeichnung sind in der Regel zwei miteinander verbundene Laborschritte gemeint. Bei der Kultur werden vermehrungsfähige Bakterien angezüchtet und identifiziert. Bei der antimikrobiellen Empfindlichkeitsprüfung wird ein isolierter Erreger mit standardisierten Labormethoden und den geltenden tiermedizinischen Bewertungskriterien untersucht.
Ein Bericht zur Empfindlichkeitsprüfung hilft dem Tierarzt, mögliche Medikamente einzuschätzen. Als Halter sollten Sie ihn jedoch niemals nutzen, um eigenständig ein Medikament auszuwählen, zu ändern oder erneut zu geben.
Warum kann bei einem Hund eine erneute Zytologie erforderlich sein?
Eine erneute Zytologie kann zeigen, ob sich Entzündung und sichtbare Muster von Mikroorganismen nach der Behandlung verändert haben, ob eine wiederkehrende Hautveränderung der vorherigen Episode ähnelt oder ob eine neue Stelle ein anderes Muster aufweist.
Eine Wiederholung des Tests bedeutet nicht unbedingt, dass das erste Ergebnis falsch war. Hauterkrankungen verändern sich im Laufe der Zeit, und wiederkehrende Beschwerden können auf einen bislang nicht behobenen grundlegenden Faktor zurückzuführen sein.
Wann sollte ein Hund mit Hautproblemen zeitnah untersucht werden?
Wenden Sie sich bei starken Schmerzen, sich rasch ausbreitenden Rötungen, großflächig offenen Wunden, tiefen Schwellungen, nässenden Gängen, zahlreichen Pusteln, deutlichen Schwellungen im Gesicht, Beteiligung der Augen, starken Ohrenschmerzen, unkontrolliertem Kratzen oder Selbstverletzungen, Fieber, Teilnahmslosigkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, einem Kreislaufkollaps oder anderen Anzeichen dafür, dass es Ihrem Hund insgesamt schlecht geht, umgehend an einen Tierarzt.
Auch ein Hund mit wiederkehrendem Geruch, Haarausfall, Krusten, Wunden, Lecken an den Pfoten oder anhaltendem Juckreiz sollte tierärztlich untersucht werden, selbst wenn die Beschwerden weniger dramatisch wirken. Wiederholte Behandlungen zu Hause können die Hautveränderungen beeinflussen, während die eigentliche Ursache weiterbesteht.
Der beste Test ist der, der die richtige Frage beantwortet
Den einen besten Hauttest für jeden Hund gibt es nicht. Zytologie, oberflächliche und tiefe Hautgeschabsel, Bakterienkultur, Empfindlichkeitsprüfung, Dermatophytenkultur, Biopsie und Allergieabklärung liefern jeweils eine bestimmte, begrenzte Art von Informationen.
Eine Zytologie kann sofortige mikroskopische Hinweise liefern. Bei einem Hautgeschabsel wird Material aus einer ausgewählten Tiefe untersucht. Eine Kultur beurteilt das Wachstum von Mikroorganismen. Die Empfindlichkeitsprüfung untersucht einen gewonnenen Bakterienisolat. Eine Biopsie zeigt den Aufbau des Gewebes. Die Allergiediagnostik gehört zu einem separaten diagnostischen Vorgehen.
Notieren Sie vor dem Termin, wo die Beschwerden begonnen haben, wie sie sich verändert haben, welche Produkte und Behandlungen angewendet wurden und ob das Problem schon einmal wiedergekehrt ist. Fragen Sie beim Termin, welche Frage jeder Test beantworten soll. Fragen Sie anschließend, was das Ergebnis stützt, was es nicht ausschließt und wie es den nächsten Schritt beeinflusst.
Dieser Ansatz macht aus einem Laborbericht zwar keine Diagnose für zu Hause. Er gibt Ihnen jedoch etwas noch Wertvolleres: eine klare und fundierte Rolle in einem vom Tierarzt begleiteten Gespräch über die weitere Behandlung.