Saisonale Allergien beim Hund im Herbst: Anzeichen, Auslöser und was Sie tun können
Inhaltsverzeichnis
Wenn Ihr Hund jeden Herbst anfängt, sich zu kratzen, das Gesicht zu reiben oder an den Pfoten zu lecken, lohnt es sich, auf diesen zeitlichen Zusammenhang zu achten. Ein wiederkehrendes Muster im Herbst kann für Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt ein hilfreicher Hinweis sein. Die Ursache lässt sich dadurch allein jedoch nicht feststellen.
Können Hunde saisonale Allergien haben?
Ja. Hunde können eine umweltbedingte allergische Hauterkrankung entwickeln, und bei manchen treten saisonale Anzeichen oder vorhersehbare Beschwerden zu bestimmten Jahreszeiten auf. Andere Hunde zeigen das ganze Jahr über Symptome. Der zeitliche Zusammenhang mit dem Herbst kann ein hilfreicher Hinweis sein. Kratzen, Pfotenlecken, Rötungen oder ein wiederkehrendes Muster im Herbst bestätigen jedoch ohne tierärztliche Untersuchung weder eine Allergie noch einen bestimmten Auslöser.
Tierärztinnen und Tierärzte verwenden möglicherweise den Begriff atopische Dermatitis beim Hund, eine juckende, entzündliche Hauterkrankung, die mit Veränderungen der Hautbarriere, der Immunreaktion und der auf der Haut lebenden Mikroorganismen zusammenhängt. Die Übersicht zur atopischen Dermatitis im Merck Veterinary Manual erklärt, dass die Erkrankung saisonal, nicht saisonal oder ganzjährig mit saisonalen Verschlimmerungen auftreten kann.
Der sinnvollste erste Schritt ist Beobachtung, nicht eine Diagnose. Notieren Sie, was sich verändert hat, an welchen Stellen Ihr Hund Beschwerden zeigt und ob das Muster mit Aufenthalten im Freien zusammenhängt. Eine sanfte Reinigung kann zwar bestimmte Rückstände von Pfoten und Fell entfernen, aber Reinigung dient der Hygiene und ist keine Allergiebehandlung.
Auch bei Medikamenten gilt eine klare Grenze: Verwenden Sie nicht eigenmächtig frei verkäufliche Medikamente für Menschen und berechnen Sie keine Dosis selbst. Welches Produkt und welche Darreichungsform in welcher Menge sicher sind, hängt vom einzelnen Hund und von der tatsächlichen Ursache der Beschwerden ab.
Können Hunde saisonale Allergien haben, wenn die Anzeichen nur im Herbst auftreten?
Ein Muster, das nur im Herbst auftritt, kann mit saisonalen Allergien vereinbar sein, ist aber kein Beweis dafür. Die Belastung durch Umwelteinflüsse kann sich im Laufe der Jahreszeiten verändern. Allerdings können auch Flöhe, Milben, Infektionen, Kontaktreizungen, Verletzungen, futterbedingte Erkrankungen und andere Hautprobleme ähnliche Anzeichen hervorrufen.
Der Ausdruck „saisonale Allergien“ ist im Alltag hilfreich, kann das Geschehen aber zu stark vereinfachen. Ein Hund kann auf eine oder mehrere Gruppen von Umweltallergenen reagieren. Ein Allergen ist ein Stoff, der bei einem sensibilisierten Tier eine allergische Immunreaktion auslösen kann. Zudem kann die Hautbarriere des Hundes beeinträchtigt sein, eine Sekundärinfektion vorliegen oder gleichzeitig eine andere Ursache für den Juckreiz bestehen.
Daraus können sich verschiedene Muster ergeben:
- Ein Hund kann sich fast das ganze Jahr über wohlfühlen und während einer bestimmten lokalen Pollensaison Juckreiz entwickeln.
- Ein Hund kann das ganze Jahr über leichte Anzeichen zeigen, die im Herbst deutlicher werden.
- Ein Hund kann zunächst nur saisonale Beschwerden zu haben scheinen, später aber über einen längeren Zeitraum Symptome entwickeln.
- Bei einem Hund kann ein anderes, nicht damit zusammenhängendes Problem zufällig im Herbst beginnen.
- Bei einem Hund können mehrere Ursachen für den Juckreiz zusammenkommen, etwa eine allergische Erkrankung und zusätzlich eine Haut- oder Ohreninfektion.
Deshalb sollte die Aussage „Das passiert jeden Herbst“ als wertvoller Teil der Krankengeschichte und nicht als endgültige Antwort betrachtet werden. Die Jahreszeit gibt Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt einen wichtigen Anhaltspunkt für die ersten Fragen. Sie ersetzt jedoch keine Untersuchung von Haut und Ohren.
Was ein wiederkehrendes Muster im Herbst aussagen kann – und was nicht
| Was Sie beobachten | Wofür es ein hilfreicher Hinweis sein kann | Was sich daraus nicht ableiten lässt |
|---|---|---|
| Die Anzeichen kehren in einer ähnlichen Jahreszeit zurück | Möglicherweise gibt es einen wiederkehrenden Auslöser oder ein saisonales Aufflammen der Beschwerden | Das genaue Allergen oder die Diagnose |
| Der Juckreiz nimmt nach bestimmten Spaziergängen zu | Der Aufenthalt im Freien könnte eine Rolle spielen | Dass Gras, Unkraut, Blätter oder Schimmel den Juckreiz verursacht haben |
| Das Lecken an den Pfoten folgt auf den Aufenthalt im Freien | Der Kontakt der Pfoten mit etwas im Freien oder ein anderes Ereignis draußen könnte relevant sein | Dass das Pfotenlecken eine allergische Reaktion ist |
| Die Anzeichen treten auch in Innenräumen auf | Eine Belastung in Innenräumen, ein anhaltendes Hautproblem oder eine Komplikation könnten eine Rolle spielen | Dass Allergene im Freien ausgeschlossen wurden |
| Die Symptome nach dem Wechsel der Jahreszeit besser werden | Der zeitliche Verlauf kann für die tierärztliche Beurteilung hilfreich sein | Dass eine Behandlung bei künftigen Schüben nicht notwendig ist |
Der entscheidende Unterschied ist einfach: Ein bestimmtes Muster ist ein wichtiger Hinweis für den Tierarzt, aber keine Diagnose, die man selbst stellen sollte.
Wann treten umweltbedingte Allergieauslöser im Herbst häufig auf?
Wann treten typische Auslöser im Herbst häufig auf?
Umweltbedingte Allergieprobleme können je nach örtlichen Pflanzenzyklen, Wetter, Klima und individuellem Hund im Frühjahr, Sommer oder Herbst auftreten. Pollen, Schimmelpilze, Hausstaubmilben und Vorratsmilben gehören zu den bekannten Allergengruppen. Es gibt jedoch keinen einheitlichen Herbstkalender für ganz Deutschland, der die Ursache für die Symptome eines einzelnen Hundes bestimmen könnte.
Zu den möglichen umweltbedingten Allergengruppen gehören Pollen von Gräsern, Unkräutern und Bäumen, Schimmelpilze, Hausstaubmilben und Vorratsmilben. Die ICADA-Übersicht zu umweltbedingten Allergenen bei Hunden betont, dass ihre Bedeutung je nach geografischer Lage, Klima, Exposition, Testverfahren und Krankengeschichte des Hundes unterschiedlich ist.
Das ist wichtig, denn „Herbst“ beschreibt nicht überall dieselben Umweltbedingungen. Der Frühherbst in einer heißen, feuchten Region kann ganz anders aussehen als der Spätherbst in einer kalten oder trockenen Gegend. Pflanzenzyklen, Niederschlag, Heizung in Innenräumen, Luftfeuchtigkeit und die Zeit im Freien unterscheiden sich erheblich.
Pollen von Gräsern, Unkräutern und Bäumen
Pollen von Pflanzen gehören zu den bekannten Umweltallergenen, treten jedoch je nach Pflanzenart und Region zu unterschiedlichen Zeiten auf. Eine Pflanze, die in einer Gegend im Herbst Pollen freisetzt, kann anderswo zu einer anderen Zeit ihren Höhepunkt erreichen oder in Ihrer Region kaum vorkommen.
Gehen Sie nicht automatisch davon aus, dass eine sichtbare Pflanze am Wegesrand der Auslöser ist. Pollen können über größere Entfernungen transportiert werden, verschiedene Pflanzen können bei Tests Kreuzreaktionen auslösen, und der Kontakt mit einem Allergen beweist noch nicht, dass es klinisch relevant ist. Ein Tierarzt kann den Zeitpunkt der Beschwerden Ihres Hundes mit den örtlichen Bedingungen vergleichen. Auch dieser Vergleich ist jedoch nur ein Teil einer umfassenderen Beurteilung.
Schimmelpilze
Schimmelpilze sind eine weitere mögliche Gruppe von Umweltallergenen. Feuchtes Material im Freien und nasse Bedingungen können Schimmel zu einer naheliegenden Erklärung für Beschwerden im Herbst machen. Sichtbar nasses Laub beweist jedoch nicht, dass es die Ursache für den Juckreiz Ihres Hundes ist.
Der Kontakt mit Schimmel ist außerdem nicht auf einen Laubhaufen oder einen Weg im Freien beschränkt. Feuchtigkeit in Innenräumen und das örtliche Klima können die Belastung beeinflussen. Wichtig ist daher, festzuhalten, wo sich Ihr Hund aufgehalten hat, statt ein bestimmtes Material im Freien vorschnell als Allergen zu bezeichnen.
Hausstaubmilben und Vorratsmilben
Milben in Hausstaub oder gelagerten Materialien können bei manchen Hunden zu umweltbedingten allergischen Erkrankungen beitragen. Diese Belastungen können das ganze Jahr über vorkommen und ein scheinbar saisonales Muster dadurch schwerer einzuordnen machen.
Wenn die Temperaturen sinken, ändern sich häufig auch die Abläufe in Innenräumen. Fenster bleiben möglicherweise geschlossen, die Heizung wird eingeschaltet und Hunde verbringen mehr Zeit drinnen. Diese Veränderungen können mit einer Belastung durch Pollen oder Schimmel im Freien zusammenfallen. Ein Schub im Herbst bedeutet daher nicht automatisch, dass der relevante Auslöser draußen liegt.
Erstellen Sie eine Übersicht der Kontakte statt sich an einem allgemeinen Kalender zu orientieren
Vergleichen Sie ein bis zwei Wochen lang die Beschwerden Ihres Hundes mit diesen groben Belastungskategorien:
| Belastungskategorie | Dokumentierenswerte Angaben | Hilfreiche Einordnung |
|---|---|---|
| Untergrund im Freien | Gras, befestigter Weg, Waldweg, nasser Boden, frisch gemähte Fläche | Hilft dabei, wiederkehrende Umgebungen zu erkennen, ohne eine Ursache festzulegen |
| Wetter | Trocken, regnerisch, windig, feucht, erster Kälteeinbruch | Liefert den saisonalen Kontext für die Vorgeschichte |
| Zeit im Freien | Kurze Runde zum Lösen, gewöhnlicher Spaziergang, lange Wanderung, Spielen im Garten | Hilft dabei, die Dauer des Kontakts mit späteren Verhaltensänderungen zu vergleichen |
| Veränderungen im Haus | Heizung eingeschaltet, Bettzeug gewechselt, Fenster geschlossen, Renovierungs- oder Reinigungsarbeiten | Macht Veränderungen sichtbar, die in einem Spaziergangsprotokoll möglicherweise nicht auftauchen |
| Zeitlicher Verlauf der Symptome | Während des Spaziergangs, kurz danach, später am Abend oder unabhängig von Spaziergängen | Hilft dem Tierarzt einzuschätzen, ob der zeitliche Zusammenhang mit einem Kontakt klinisch plausibel ist |
Es geht nicht darum, das Allergen zu Hause herauszufinden. Vielmehr soll aus „Mein Hund juckt sich jeden Herbst“ eine klare, datierte Beobachtung werden, mit der das tierärztliche Team arbeiten kann.
Für eine umfassendere Vorbereitung auf den Herbst, die über Hautprobleme hinausgeht, sichere Herbstaktivitäten und Vorsichtsmaßnahmen für Hunde im Freien können Ihnen dabei helfen, Spaziergänge auch im Hinblick auf andere Gefahren im Herbst zu planen.
Welche Anzeichen für saisonale Allergien bei Hunden können Halter beobachten?
Welche Anzeichen können Halter beobachten?
Halter bemerken möglicherweise häufigeres Kratzen, Lecken, Knabbern, Reiben oder Kopfschütteln, gerötete oder entzündete Haut, Haarausfall, Geruch, Krusten oder wiederkehrende Probleme an Ohren und Haut. Bei allergischen Hauterkrankungen sind häufig die Pfoten, das Gesicht, die Ohren, die Achseln, der Bauch und die Hautfalten an den Gliedmaßen betroffen. Keine dieser Beobachtungen bestätigt jedoch eine saisonale Allergie.
Pruritus bedeutet Juckreiz. Der Begriff beschreibt ein Symptom, keine Diagnose. Hunde zeigen Pruritus durch ihr Verhalten. Das früheste Anzeichen kann daher wiederholtes Lecken oder Reiben sein und nicht unbedingt ein offensichtliches Kratzen.
Der AAHA-Leitfaden zu Allergiesymptomen bei Hunden nennt verschiedene Veränderungen an Haut, Pfoten und Ohren sowie im Verhalten, die Halter beobachten können. Entscheidend ist, genau zu beschreiben, was der Hund tut und wie die Haut aussieht oder riecht, ohne die Ursache vorwegzunehmen.
Verhaltensanzeichen
Achten Sie auf Veränderungen bei Häufigkeit und Intensität, zum Beispiel:
- Häufigeres Kratzen als üblich
- Lecken oder Knabbern an den Pfoten
- Reiben des Gesichts an Möbeln, Teppichen oder Bettzeug
- Knabbern an Beinen, Flanken, Bauch oder am Rutenansatz
- Kopfschütteln
- Reiben oder Kratzen an den Ohren
- Unterbrechen des Schlafs, um sich zu kratzen oder zu lecken
- Unterbrechen von Spiel oder Spaziergang, um an der Haut zu knabbern
- Unruhe oder weniger Interesse an alltäglichen Aktivitäten
Ein einzelner kurzer Kratzanfall unterscheidet sich deutlich von wiederholtem Knabbern, das den Schlaf unterbricht. Häufigkeit, Dauer und Auswirkungen auf das normale Verhalten geben Aufschluss darüber, wie stark der Hund möglicherweise beeinträchtigt ist.
Veränderungen an Haut, Pfoten und Fell
Sehen Sie sich die betroffene Stelle an, ohne sie zu schrubben, auszudrücken oder wiederholt zu berühren. Möglicherweise bemerken Sie:
- Gerötete oder entzündete Haut
- Feuchte oder nässende Stellen
- Krusten oder Schuppen
- Dünner werdendes Fell oder eine deutlich sichtbare kahle Stelle
- Speichelverfärbungen am häufig beleckten Fell
- Offene Hautstellen oder wunde Stellen
- Verdickte oder dunkler verfärbte Haut an einer immer wieder betroffenen Stelle
- Ungewöhnlicher Geruch
- Schwellung zwischen den Zehen
- Empfindlichkeit bei Berührung der Pfote oder einer Hautstelle
Einige sichtbare Veränderungen werden durch Selbstverletzung verursacht oder verstärkt. Einfach ausgedrückt können Lecken, Kauen und Kratzen des Hundes die Haut schädigen. Anschließend können sich Mikroorganismen übermäßig vermehren oder eine Infektion hinzukommen und Rötungen, Geruch, Feuchtigkeit, Krusten, Schmerzen oder Ausfluss verursachen. Diese Anzeichen sprechen für eine tierärztliche Untersuchung – nicht dafür, die Stelle noch intensiver zu reinigen.
Anzeichen an den Ohren
Allergische Hauterkrankungen und Ohrenprobleme können gleichzeitig auftreten. Kopfschütteln oder unangenehmer Ohrgeruch sollte jedoch nicht als „bloß eine Allergie“ abgetan werden. Achten Sie auf:
- Wiederholtes Kopfschütteln
- Kratzen an einem oder beiden Ohren
- Rötungen rund um den Gehörgangseingang
- Unangenehmer Geruch
- Sichtbarer Ausfluss
- Empfindlichkeit im Bereich des Ohrs
- Wiederkehrende Ohrenprobleme in derselben Jahreszeit
Führen Sie keine Reinigungsutensilien in ein schmerzendes Ohr ein und tragen Sie keine improvisierten Mittel auf. Ohrentzündungen, Infektionen, Fremdkörper, Parasiten und andere Probleme können von außen ähnlich aussehen.
Die passende nächste Maßnahme finden
Wählen Sie die erste Aussage, die auf den Zustand Ihres Hundes zutrifft. Diese Übersicht hilft Ihnen, die Dringlichkeit einzuschätzen – sie stellt keine Diagnose.
Stufe 1: Sofort zum tierärztlichen Notdienst
Wählen Sie diese Stufe bei Atembeschwerden, einem Zusammenbruch, fehlender Reaktion, ungewöhnlicher Zahnfleischfarbe, einer Schwellung im Gesicht, Nesselsucht, Krampfanfällen, starker Schwäche oder wenn bekannt ist oder vermutet wird, dass Ihr Hund Medikamente aufgenommen hat. Wenden Sie sich an den nächstgelegenen tierärztlichen Notdienst oder fahren Sie direkt dorthin.
Stufe 2: Zeitnah den Tierarzt kontaktieren
Wählen Sie diese Stufe, wenn der Juckreiz anhält, wiederkehrt, zunimmt, Schmerzen verursacht oder den Schlaf stört; wenn der Hund wiederholt an seinen Pfoten kaut; oder wenn Sie Feuchtigkeit, Geruch, Krusten, verletzte Haut, Haarausfall, Schwellungen, Ausfluss aus dem Ohr oder deutliche Rötungen feststellen. Beenden Sie eigene Behandlungsexperimente und fragen Sie nach einer auf den konkreten Fall abgestimmten Empfehlung.
Stufe 3: Beobachten und dokumentieren
Diese Stufe kann bei einer kurzen, leichten Episode angemessen sein, wenn sich der Hund ansonsten wohlfühlt, die Haut intakt ist, keine auffälligen Veränderungen an den Ohren vorliegen und keine Notfallzeichen bestehen. Dokumentieren Sie das Muster und verwenden Sie ausschließlich eine sanfte, für Hunde geeignete Reinigung. Wenden Sie sich an Ihren Tierarzt, wenn die Episode wiederkehrt, sich verschlimmert oder Ihnen Sorgen bereitet.
Es gibt keine allgemeingültige Anzahl von Stunden oder Tagen, die jeder Halter abwarten sollte. Die angemessene Reaktion hängt von der Stärke der Beschwerden, ihrem Wiederauftreten, dem Zustand der Haut, einer möglichen Beteiligung der Ohren, Schmerzen, dem Verhalten und der Krankengeschichte des Hundes ab.
Juckende Pfoten sind noch keine Diagnose
Juckende Pfoten oder häufigeres Pfotenlecken können bei einer atopischen Dermatitis des Hundes auftreten, bestätigen jedoch keine saisonale Allergie. Das Verhalten beim Lecken muss zusammen mit der übrigen Krankengeschichte, dem Zustand der Haut und dem Ergebnis einer tierärztlichen Untersuchung beurteilt werden.
Pfotenlecken kann mit einer allergischen Hauterkrankung zusammenhängen. Andere mögliche Ursachen sind jedoch Parasiten, eine Infektion, Reizungen, Schmerzen, Verletzungen, Fremdkörper oder eine andere Hauterkrankung. Sie müssen nicht selbst herausfinden, welche Erklärung zutrifft, bevor Sie Ihren Tierarzt anrufen. Ihre Aufgabe ist es, zu schildern, was Sie beobachten können.
Hilfreiche Beobachtungen sind:
- Ob eine oder mehrere Pfoten betroffen sind
- Ob die Oberseite, die Ballen, die Krallen oder die Zwischenräume der Zehen betroffen zu sein scheinen
- Ob das Verhalten plötzlich oder allmählich begonnen hat
- Ob der Hund hinkt oder ein Bein nicht belasten möchte
- Ob Schwellung, Geruch, Feuchtigkeit, Ausfluss, Rötung oder verletzte Haut vorhanden sind
- Ob das Lecken nach dem Aufenthalt im Freien auftritt
- Ob dasselbe Muster bereits in einer früheren Jahreszeit aufgetreten ist
- Ob der Hund sich dagegen wehrt, dass die Stelle berührt wird
Wenn sich der Hund plötzlich auf eine Pfote konzentriert, insbesondere bei Hinken oder Schmerzen, ist das anders einzuschätzen als ein bekanntes Muster, das mehrere Pfoten betrifft. Doch auch dann lässt sich allein anhand des Aussehens nicht feststellen, ob die Ursache allergisch, infektiös, parasitär, mechanisch oder schmerzbedingt ist.
Warum eine Checkliste der Symptome keine Allergie diagnostizieren kann
Forschende haben Kombinationen klinischer Merkmale untersucht, die Tierärzten dabei helfen können, die Wahrscheinlichkeit einer atopischen Dermatitis des Hundes einzuschätzen, nachdem andere Ursachen berücksichtigt wurden. In einer prospektiven multizentrischen Studie mit 1.096 Hunden mit chronischem oder wiederkehrendem Juckreiz ergaben fünf von acht klinischen Kriterien eine 85.4% Sensitivität und eine 79.1% Spezifität. Bei Verwendung von sechs Kriterien stieg die Spezifität auf 88.5%, während die Sensitivität auf 58.2% sank.
Sensitivität beschreibt, wie häufig die Kriterien Hunde mit dieser Erkrankung erkennen. Spezifität beschreibt, wie häufig sie Hunde ausschließen, bei denen dies nicht zutrifft. Diese unvollkommenen Ergebnisse zeigen, warum selbst eine strukturierte Checkliste die Diagnose nicht bestätigen kann. Die Favrot-Studie zur atopischen Dermatitis beim Hund schloss auch Hunde ein, deren chronischer Juckreiz mit Parasiten, Hautinfektionen und anderen Erkrankungen zusammenhing. Die Kriterien waren für die klinische Anwendung vorgesehen, nachdem ähnliche Erkrankungen ausgeschlossen worden waren.
Ein Allergietest allein liefert keine eindeutige Antwort
Ein positiver Test auf Umweltallergien beweist nicht automatisch, dass ein bestimmtes Allergen den aktuellen Schub ausgelöst hat. Eine Sensibilisierung bedeutet, dass das Immunsystem während des Tests auf ein Allergen reagiert hat. Die klinische Relevanz ist eine andere Frage: Passt dieses Allergen zur Vorgeschichte des Hundes, zu seinen Kontakten damit, zur Jahreszeit und zum Krankheitsbild?
Die Evidenzübersicht der ICADA berichtet, dass in den zitierten Studien auch klinisch gesunde Hunde positiv auf Hausstaubmilben reagiert haben. Auch die Testverfahren, Kreuzreaktionen und die Standardisierung der Extrakte beeinflussen die Interpretation.
Tierärztinnen und Tierärzte setzen Tests auf Umweltallergien in der Regel ein, um Entscheidungen nach einer klinischen Diagnose zu unterstützen, etwa bei der Auswahl von Allergenen für eine Immuntherapie. Ein solcher Test ist keine Abkürzung, mit der Tierhalter die umfassendere dermatologische Abklärung überspringen können.
Halte das Muster im Herbst fest, bevor du etwas änderst
Eine kurze Beobachtungsnotiz gehört zu den hilfreichsten Dingen, die du zu einem Tierarzttermin mitbringen kannst. Sie hält Details fest, die leicht in Vergessenheit geraten, sobald der Schub sich verändert oder die Haut stärker gereizt ist.
Konzentriere dich auf Fakten, die bei der Beantwortung von vier Fragen helfen:
- Wann hat das Problem begonnen?
- Welche Körperbereiche sind betroffen?
- Wie verändert sich das Wohlbefinden oder der Alltag des Hundes?
- Was geschah, bevor und nachdem die Symptome auftraten?
Erstelle eine einminütige Zusammenfassung des Herbstjuckreizes
Fülle diese Punkte in deinen Handy-Notizen oder auf Papier aus:
- Zum ersten Mal bemerkt: Datum und ungefähre Uhrzeit
- Auffälliges Verhalten: Kratzen, Lecken, Knabbern, Reiben, Kopfschütteln oder eine andere Veränderung
- Betroffene Körperbereiche: genaue Stellen
- Häufigkeit: gelegentlich, zu bestimmten Zeiten wiederkehrend, häufig oder fast durchgehend
- Auswirkung auf das Wohlbefinden: keine erkennbare Auswirkung, unterbricht die Ruhe, stört den Schlaf, schränkt das Spielen ein oder verursacht Unwohlsein
- Veränderungen an Haut oder Fell: äußerlich nichts erkennbar, Rötung, Feuchtigkeit, Geruch, Krustenbildung, Haarausfall, Schwellung oder verletzte Haut
- Veränderungen an den Ohren: keine, Kopfschütteln, Geruch, Rötung, Berührungsempfindlichkeit oder Ausfluss
- Aufenthalt im Freien: Route, Untergrund, Wetter, Vegetation und Dauer
- Veränderungen im Haus: Heizung, Schlafplatz, Reinigungsmittel, Renovierung, Lagerung oder Veränderungen im Alltag
- Bisheriger Verlauf: erste Episode oder eine ähnliche frühere Jahreszeit
- Bereits verwendet: Tücher, Shampoo, Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel, äußerlich anzuwendende Produkte oder Hausmittel
Wenn Sie Fotos haben, achten Sie auf eine ähnliche Beleuchtung und Entfernung, damit sich Veränderungen leichter vergleichen lassen. Es ist meist hilfreicher, die betroffene Stelle ein- oder zweimal zu fotografieren, als die schmerzende Haut wiederholt zu berühren oder zu manipulieren.
Ein kurzes Video kann dabei helfen, Kopfschütteln, Reiben des Gesichts, Veränderungen des Gangbilds oder wiederholtes Pfotenlecken zu dokumentieren. Verzögern Sie eine dringend notwendige Behandlung nicht, nur um eine bessere Aufnahme anzufertigen.
Was Sie vor einer Beratung nicht verändern sollten
Wenn Sie mehrere Dinge gleichzeitig ändern, lässt sich die Krankengeschichte möglicherweise schwerer beurteilen. Beginnen Sie daher – sofern Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt nichts anderes empfiehlt – nicht gleichzeitig mit einem neuen Futter, Shampoo, Nahrungsergänzungsmittel, Reinigungstuch, Medikament und einer neuen Reinigungsroutine im Haushalt.
Das bedeutet nicht, dass Sie sichtbaren Schmutz am Hund lassen müssen. Vielmehr sollten Sie risikoarme Hygienemaßnahmen von Behandlungsexperimenten getrennt halten. Das Abwischen mit einem feuchten Tuch ist nicht dasselbe wie ein umfassender Badeplan mit medizinischen Produkten.
Wenn Sie mehr Hintergrundinformationen zu möglichen Ursachen von Juckreiz suchen, kann dieser Leitfaden zu häufigen Ursachen und Überlegungen bei juckender Haut Ihnen helfen, Fragen für Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt vorzubereiten, ohne eine Liste von Symptomen als Diagnose zu verstehen.
Reinigen Sie Pfoten und Fell nach dem Aufenthalt im Freien sanft
Die Reinigung nach dem Spaziergang kann bei einem Hund mit intakter, angenehmer Haut eine sinnvolle unterstützende Hygienemaßnahme sein. Sie kann sichtbaren Schmutz und einige Rückstände aus der Umgebung von der Oberfläche der Pfoten oder des Fells entfernen. Als Heilmittel, diagnostischer Test oder Ersatz für eine tiermedizinische Behandlung ist sie jedoch nicht erwiesen.
Die Grenzen der vorhandenen Erkenntnisse sind wichtig. Tiermedizinische Empfehlungen unterstützen Abwischen und geeignetes Baden als praktische Maßnahmen zur Verringerung des Kontakts mit möglichen Auslösern und zur Hygiene. Kontrollierte Studien an Hunden konnten jedoch bislang nicht zeigen, in welchem Ausmaß regelmäßiges Abwischen nach dem Spaziergang die Stärke des Juckreizes, die Häufigkeit von Schüben oder den Bedarf an Medikamenten beeinflusst.
Wählen Sie die schonendste Reinigung, die zur Situation passt
- Intakte Haut, leichte sichtbare Rückstände und ein Hund, der sich problemlos anfassen lässt:
Verwenden Sie ein sauberes, weiches Tuch, das mit klarem Wasser angefeuchtet ist, oder ein für Hunde geeignetes, parfümfreies Pflegetuch. Wischen Sie sanft, statt zu schrubben.
- Lose Blätter, Staub oder oberflächlicher Schmutz in trockenem Fell:
Eine kurze, sanfte Bürsteinheit kann ausreichen, wenn Ihr Hund das Bürsten bereits akzeptiert und die Haut weder schmerzhaft noch entzündet ist.
- Ein nasser oder schlammiger Hund ohne schmerzhafte Haut:
Spülen oder reinigen Sie nur so viel wie nötig und trocknen Sie den Hund anschließend sorgfältig ab. Fragen Sie Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt nach der passenden Badehäufigkeit, wenn der Juckreiz wiederkehrt.
- Rote, geschwollene, schmerzhafte, rissige, nässende, übel riechende oder verletzte Haut:
Beenden Sie die routinemäßige Pflege an der betroffenen Stelle und kontaktieren Sie Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt. Häufigeres Abwischen oder Baden kann die Beschwerden verstärken oder die Behandlung einer Komplikation verzögern.
Eine sanfte Routine nach dem Spaziergang
- Bringen Sie Ihren Hund an einen gut beleuchteten, sicheren Ort.
- Sehen Sie sich jede Pfote kurz an, einschließlich der Ballen und der Zwischenräume zwischen den Zehen, ohne schmerzhafte Gelenke oder Zehen zu belasten.
- Kontrollieren Sie die unteren Läufe, den Bauch und das Fell auf sichtbare Rückstände oder Feuchtigkeit.
- Verwenden Sie auf intakter Haut ein weiches, feuchtes Tuch oder ein für Hunde geeignetes, parfümfreies Pflegetuch.
- Tupfen Sie Pfoten und Fell trocken und achten Sie dabei besonders auf Feuchtigkeit zwischen den Zehen.
- Notieren Sie Rötungen, Geruch, Schwellungen, Ausfluss, Schmerzen oder wiederkehrendes Lecken.
Verwenden Sie Haushaltsdesinfektionsmittel, parfümierte Reinigungstücher, ätherische Öle oder kosmetische Feuchttücher für Menschen nicht als improvisierte Hautbehandlung. „Natürlich“ bedeutet nicht automatisch, dass etwas nicht reizt oder für einen Hund, der daran lecken könnte, unbedenklich ist.
Bürsten Sie nur so, wie es für Ihren Hund angenehm ist
Bei einem Hund, der die Pflege bereits akzeptiert, kann leichtes Bürsten lose Haare und sichtbare Rückstände aus dem Fell entfernen. Brechen Sie ab, wenn der Hund zusammenzuckt, die Stelle schützen möchte, sich wiederholt entzieht oder Anzeichen von Schmerzen zeigt.
Ein auf Komfort ausgelegtes Pflegewerkzeug wie die Viva Spray Handle Massage Pet Spa Brush kann sich für kurze Auffrischungen des Fells nach dem Spaziergang eignen, wenn Ihr Hund sanfte Borsten und einen leichten Sprühnebel toleriert. Es handelt sich um ein Pflegewerkzeug zum Aufnehmen loser Haare und Auffrischen des Fells – nicht um eine Behandlung von Allergien, Infektionen, Schmerzen oder Dermatitis.
Das Baden sollte auf den einzelnen Hund abgestimmt sein
Baden kann zur Hygiene von Fell und Haut beitragen. Dabei spielen jedoch die Häufigkeit, die Wassertemperatur, das Trocknen, der Umgang mit dem Hund und die Wahl des Produkts eine wichtige Rolle. Zu häufiges Baden oder ein ungeeignetes Produkt kann die Haut austrocknen oder reizen. Bei schmerzhafter, infizierter, offener oder entzündeter Haut kann ein vom Tierarzt ausgewähltes Produkt und ein individuell abgestimmter Badeplan erforderlich sein.
Auch kleine klinische Studien zeigen, warum beim Baden nicht grundsätzlich „mehr hilft mehr“ gilt. In einer randomisierten Studie wurden 17 Hunde mit atopischer Dermatitis über vier Wochen hinweg mit einem Bad mit feinen Bläschen und einem Shampoo-Bad verglichen. Die begrenzte Schlussfolgerung für Hundehalter lautet, dass das Badeverfahren und der Umgang mit dem Hund die gemessenen Hautergebnisse bei den untersuchten Hunden beeinflussen können. Die Studie belegt jedoch weder den Nutzen eines Pflegeprodukts für Verbraucher noch eine allgemein gültige Baderoutine zu Hause. Lesen Sie dazu die Studie zum Badeprotokoll für Hunde von Taguchi.
An einer zweiten Studie nahmen 16 atopische Hunde mit sekundärer Hefevermehrung und 11 gesunde Hunde teil. Verglichen wurden zwei tierärztlich angeleitete Badeverfahren. Dabei zeigte sich, dass die Bademethode in diesem speziellen Zusammenhang die gemessenen klinischen Ergebnisse oder die Hautbarriere beeinflussen konnte. Die Studie rechtfertigt jedoch nicht, einen vermuteten Infekt zu Hause zu behandeln oder ein Haushaltsprodukt an die Stelle einer tierärztlichen Versorgung zu setzen. Lesen Sie dazu die vergleichende Badestudie an Hunden von Esumi.
Eine ausführlichere Betrachtung von Badehäufigkeit und der Vermeidung von Hautreizungen finden Sie im reizarmen Badeplan für Hunde mit Juckreiz . Nutzen Sie ihn als Hilfe, um Fragen für den Tierarzt vorzubereiten, und stimmen Sie die Routine anschließend mit ihm ab. Der Pflegeleitfaden für Haustiere im Herbst behandelt außerdem praktische Überlegungen zur Produktauswahl und Pflegeroutine.
Was kann ich meinem Hund bei saisonalen Allergien geben?
Was kann ich meinem Hund bei saisonalen Allergien geben?
Geben Sie Ihrem Hund kein rezeptfreies Allergiemittel für Menschen, kein übrig gebliebenes verschreibungspflichtiges Medikament, kein Nahrungsergänzungsmittel und keine eigenmächtig festgelegte Dosis, es sei denn, ein Tierarzt hat das genaue Produkt und den Gesundheitszustand Ihres Hundes geprüft. Entscheidungen über Medikamente erfordern eine Diagnose oder eine vorläufige Einschätzung, eine vollständige Prüfung der Inhaltsstoffe und individuelle Anweisungen durch eine tiermedizinische Fachkraft.
Der Wunsch, sofort für Linderung zu sorgen, ist verständlich. Genau hier kann ein vertrautes Haushaltsprodukt jedoch vermeidbare Risiken mit sich bringen.
Die FDA-Leitlinien zur Arzneimittelsicherheit bei Tieren erläutern, dass Humanarzneimittel unter tierärztlicher Anleitung manchmal bei Tieren eingesetzt werden können. Ohne fachliche Rücksprache ist die Verwendung aus dem heimischen Medikamentenschrank deshalb nicht automatisch sicher. Ein Tierarzt muss das Tier, die Erkrankung, das Produkt, die Darreichungsform, andere Medikamente und die vorgesehenen Anwendungshinweise berücksichtigen.
Allergiemittel für Menschen können außerdem mehr als nur den Wirkstoff enthalten, den ein Halter erwartet. Kombinationspräparate, zusätzliche Wirkstoffe, Hilfsstoffe und unterschiedliche Konzentrationen können das Risiko erheblich verändern. Die ASPCA-Warnung zu Allergiemedikamenten für Menschen weist auf Vergiftungsrisiken und die Gefahr hin, die vollständige Liste der Inhaltsstoffe eines Produkts zu übersehen.
Deshalb sollte ein verantwortungsvoller Artikel keinen allgemein gültigen Medikamentennamen, keine pauschale Dosis, Häufigkeit, Austauschlösung oder Gewichtsformel nennen. Die sichere Antwort hängt von Informationen ab, die sich aus einer bloßen Beschreibung der Symptome nicht ableiten lassen.
Nutzen Sie diese Entscheidungshilfe zur Arzneimittelsicherheit
- Sie erwägen, Ihrem Hund ein Produkt zu geben, haben es aber noch nicht verabreicht:
Halten Sie inne. Bewahren Sie die Packung griffbereit auf und kontaktieren Sie Ihren Tierarzt. Fragen Sie nach der genauen Marke, Darreichungsform, den Wirkstoffen, Hilfsstoffen, der Konzentration und der Krankengeschichte Ihres Hundes.
- Ein Tierarzt hat Ihrem Hund zuvor bereits etwas empfohlen:
Gehen Sie nicht davon aus, dass die früheren Anweisungen auch für eine neue Episode gelten. Klären Sie, ob dasselbe Produkt und dieselben Anweisungen weiterhin geeignet sind – insbesondere, wenn sich der Gesundheitszustand, das Gewicht, die Medikamente oder die Symptome Ihres Hundes verändert haben.
- Ihr Hund hat bereits ein Produkt für Menschen erhalten oder verschluckt:
Bewahren Sie die Verpackung auf. Kontaktieren Sie umgehend einen Tierarzt, eine tierärztliche Notfallklinik oder eine Giftnotrufzentrale für Tiere. Geben Sie das Produkt, die Darreichungsform, die möglicherweise aufgenommene Menge, den Zeitpunkt des Kontakts, das Gewicht Ihres Hundes und die aktuellen Anzeichen an. Warten Sie nicht auf Symptome und lösen Sie kein Erbrechen aus, es sei denn, die behandelnde Fachkraft weist Sie dazu an.
- Ihr Hund hat Atemnot, kollabiert, weist eine Gesichtsschwellung, ungewöhnlich verfärbtes Zahnfleisch, Krampfanfälle, starke Schwäche oder eine veränderte Reaktionsfähigkeit auf:
Behandeln Sie dies als Notfall. Begeben Sie sich zur nächstgelegenen tierärztlichen Notfallversorgung und befolgen Sie dabei deren telefonische Anweisungen.
Die Auswahl eines Medikaments ist eine Behandlung. Das Abwischen der Pfoten, das Bürsten des Fells und die Beobachtung des Hundes gehören zur unterstützenden Pflege. Diese Bereiche klar voneinander zu trennen, schützt den Hund vor einer überstürzten Entscheidung aufgrund einer unbestätigten Diagnose.
Wann sollten Sie mit Ihrem Hund wegen möglicher Allergien zum Tierarzt?
Kontaktieren Sie einen Tierarzt, wenn der Juckreiz anhält, wiederkehrt, schlimmer wird, schmerzhaft ist oder den Alltag Ihres Hundes beeinträchtigt; wenn Ihr Hund wiederholt an einer Körperstelle kaut; oder wenn Veränderungen an Haut und Ohren auf selbst verursachte Verletzungen oder ein weiteres Problem hindeuten. Bei Atemnot, Kollaps, ungewöhnlicher Zahnfleischfarbe, Gesichtsschwellung, Nesselsucht, Krampfanfällen, starker Schwäche, fehlender Reaktion oder unbeabsichtigter Medikamentenaufnahme ist eine tierärztliche Notfallversorgung erforderlich.
Bei diesen Anzeichen sollten Sie den Hund tierärztlich untersuchen lassen
- Juckreiz, der immer wieder auftritt
- Kratzen oder Lecken, das den Schlaf unterbricht
- Wiederholtes Kauen an den Pfoten
- Rote, feuchte, verkrustete, übel riechende, schmerzhafte oder verletzte Haut
- Haarausfall oder sichtbare selbst zugefügte Verletzungen
- Schwellungen zwischen den Zehen
- Hinken oder eine Gliedmaße nur ungern benutzen
- Kopfschütteln, Ohrgeruch, Rötungen, Berührungsempfindlichkeit oder Ausfluss
- Anzeichen, die sich ausbreiten oder stärker werden
- Ein wiederkehrendes saisonales Problem, das bisher noch nicht tierärztlich untersucht wurde
- Eine bekannte Hauterkrankung, die mit dem bisherigen Behandlungsplan nicht mehr unter Kontrolle ist
Es gibt keine allgemeingültige Wartezeit, die für jeden Hund sicher ist. Eine leichte, kurzzeitige Reaktion bei einem ansonsten unauffälligen Hund mit intakter Haut ist etwas anderes als wiederholtes Knabbern, Schmerzen, Geruch, Ausfluss, offene Haut oder gestörter Schlaf.
Früher Kontakt mit der Tierarztpraxis kann außerdem verhindern, dass Sie mehrere ungeprüfte Produkte ausprobieren, während sich der Hautzustand verschlechtert. Das tierärztliche Team kann anhand Ihrer Schilderung möglicherweise einschätzen, ob Ihr Hund einen Termin, eine dringende Untersuchung oder sofortige Notfallversorgung benötigt.
Bei systemischen Anzeichen sofort tierärztliche Notfallversorgung suchen
Saisonaler Juckreiz und eine akute systemische allergische Reaktion sind zwei unterschiedliche Situationen. Der Leitfaden der Cornell University zu tiermedizinischen Notfällen nennt unter anderem Atemnot, Kollaps, fehlende Reaktionsfähigkeit, eine ungewöhnliche Zahnfleischfarbe, Gesichtsschwellungen oder Nesselsucht, Krampfanfälle, starke Schwäche sowie die unbeabsichtigte Einnahme von Medikamenten oder giftigen Substanzen als Gründe für eine sofortige Untersuchung.
Versuchen Sie bei solchen Anzeichen nicht, zu Hause Medikamente zu verabreichen, Erbrechen auszulösen oder die weitere Entwicklung abzuwarten. Wenden Sie sich an den nächstgelegenen tierärztlichen Notdienst und befolgen Sie dessen fallbezogene Anweisungen.
Eine praktische Tabelle zur Dringlichkeit
| Situation | Sinnvoller nächster Schritt |
|---|---|
| Kurzzeitiges, leichtes Kratzen, normales Verhalten, intakte Haut, keine Veränderungen an den Ohren | Beobachten, dokumentieren und bei Bedarf eine sanfte Reinigung durchführen |
| Wiederholte saisonale Episoden ohne Diagnose | Eine tierärztliche Untersuchung vereinbaren |
| Anhaltender oder zunehmender Juckreiz | Kontaktieren Sie Ihre Tierarztpraxis |
| Schlafstörungen oder wiederholtes Knabbern | Zeitnah Ihre Tierarztpraxis kontaktieren |
| Geruch, Feuchtigkeit, Verkrustungen, Ausfluss, Schwellungen, Schmerzen oder verletzte Haut | Eine tierärztliche Untersuchung statt weiterer Behandlung zu Hause |
| Hinken oder plötzliches konzentriertes Lecken an einer Pfote | Tierärztlichen Rat einholen, insbesondere bei Schmerzen, Schwellungen oder einer Wunde |
| Unbeabsichtigter Kontakt mit menschlichen Medikamenten | Unverzüglich eine Tierarztpraxis, Tierklinik mit Notdienst oder eine Giftnotrufzentrale kontaktieren |
| Atemnot, Kollaps, ungewöhnliche Zahnfleischfarbe, Gesichtsschwellungen, Krampfanfälle oder fehlende Reaktionsfähigkeit | Sofortige tierärztliche Notfallversorgung |
Was muss eine Tierärztin oder ein Tierarzt abklären?
Eine Tierärztin oder ein Tierarzt nutzt die Krankengeschichte, die körperliche Untersuchung, Befunde an Haut und Ohren sowie gezielte diagnostische Schritte, um eine allergische Erkrankung von anderen Ursachen für Juckreiz zu unterscheiden. Je nach Hund kann es dabei um Parasiten, eine übermäßige Vermehrung von Mikroorganismen oder eine Infektion, futterbedingte Erkrankungen, Ohrenerkrankungen, Kontaktreaktionen und andere dermatologische oder schmerzhafte Beschwerden gehen.
Die AAHA-Leitlinien zu allergischen Hauterkrankungen beschreiben ein systematisches Vorgehen, das die Krankengeschichte, die Untersuchung von Haut und Ohren, eine grundlegende dermatologische Diagnostik, die Behandlung von Parasiten und gegebenenfalls Sekundärinfektionen, die Reaktion auf die Behandlung, Nachkontrollen sowie bei Bedarf eine Überprüfung der Ernährung umfasst.
Diese Abfolge erklärt, warum eine Tierärztin oder ein Tierarzt möglicherweise nicht mit einem Allergietest auf Umweltallergene beginnt. Zunächst muss die Ursache des Juckreizes eingeordnet und es müssen Erkrankungen behandelt werden, die einer atopischen Dermatitis ähneln oder sie verschlimmern können.
Mögliche Schritte sind:
- das Alter bei Beginn der Beschwerden sowie deren saisonales oder ganzjähriges Auftreten zu erfassen
- die betroffenen Körperstellen zu bestimmen
- Pfoten, Haut, Fell und Ohren zu untersuchen
- den Schutz vor Parasiten und den Kontakt mit ihnen zu überprüfen
- nach Anzeichen für eine übermäßige Vermehrung von Bakterien oder Hefepilzen zu suchen
- eine Zytologie von Haut oder Ohr durchzuführen, bei der entnommene Zellen und Mikroorganismen unter dem Mikroskop untersucht werden
- bei einem möglichen Parasitenbefall Hautgeschabsel oder andere Untersuchungen in Betracht zu ziehen
- die bisherige Ernährung zu überprüfen und zu entscheiden, ob eine kontrollierte Ausschlussdiät sinnvoll ist
- festgestellte Begleiterkrankungen zu behandeln und die Reaktion darauf zu kontrollieren
- nach einer klinischen Diagnose einen Allergietest in Betracht zu ziehen, wenn die Ergebnisse eine Immuntherapie unterstützen würden
Versuchen Sie nicht, diesen Ausschlussprozess zu Hause selbst durchzuführen. Wenn bei der Flohkontrolle keine Flöhe auffallen, schließt das eine flohbedingte Erkrankung nicht aus. Am Geruch lässt sich nicht erkennen, welcher Erreger beteiligt ist. Eine Futterumstellung ohne kontrollierten tierärztlichen Plan bestätigt oder widerlegt eine futterbedingte Erkrankung nicht zuverlässig.
Erstellen Sie einen herbstlichen Entscheidungsplan mit der Tierarztpraxis als erster Anlaufstelle
Der sicherste Umgang mit einem möglichen saisonalen Allergiegeschehen beim Hund umfasst drei Schritte: Beobachten und dokumentieren Sie das Muster, reinigen Sie intakte Haut nur sanft und begrenzt, und wenden Sie sich an eine Tierärztin oder einen Tierarzt, wenn die Beschwerden anhalten, wiederkehren, sich verschlimmern, Schmerzen verursachen, den Schlaf stören, die Ohren betreffen oder die Haut schädigen.
Ihre Checkliste für die Herbstpflege
Ein saisonales Muster kann das nächste Gespräch mit der Tierarztpraxis zielführender machen. Es zeigt jedoch nicht zuverlässig, welches Allergen verantwortlich ist, ob eine Infektion vorliegt oder welches Medikament Ihr Hund erhalten sollte.
Die beste unmittelbare Reaktion ist nur selten die aggressivste. Beobachten Sie Ihren Hund aufmerksam. Reinigen Sie die Haut vorsichtig, solange sie intakt ist. Verwenden Sie nicht mehrere neue Produkte gleichzeitig. Rufen Sie in der Tierarztpraxis an, wenn die Beschwerden wiederkehren oder Ihr Hund sich unwohl fühlt.
So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Hund eine Behandlung erhält, die sich an der tatsächlichen Ursache und nicht am auffälligsten Symptom orientiert.
Häufig gestellte Fragen
Warum juckt sich mein Hund jeden Herbst?
Ein wiederkehrendes Muster im Herbst kann auf einen saisonalen Kontakt mit Umwelteinflüssen oder einen saisonalen Schub einer länger bestehenden Hauterkrankung hindeuten. Auch Parasiten, eine Infektion, Reizungen, Schmerzen oder eine andere Erkrankung kommen infrage. Notieren Sie den Zeitpunkt und die betroffenen Körperstellen und bitten Sie Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt, das Muster einzuordnen.
Bedeutet Pfotenlecken nach dem Spaziergang, dass mein Hund gegen Gras allergisch ist?
Nein. Der zeitliche Zusammenhang kann darauf hindeuten, dass der Kontakt mit der Umwelt eine Rolle spielt, beweist aber keine Gräserallergie. Pfotenlecken kann bei einer allergischen Erkrankung, Reizungen, einer Infektion, Parasiten, Schmerzen, Verletzungen oder Fremdkörpern auftreten. Achten Sie auf auffällige Veränderungen, ohne eine schmerzhafte Pfote zu untersuchen oder darin herumzustochern, und holen Sie tierärztlichen Rat ein, wenn das Verhalten wiederholt auftritt oder die Pfote ungewöhnlich aussieht.
Kann ich meinem Hund nach jedem Herbstspaziergang die Pfoten abwischen?
Vorsichtiges Abwischen kann sinnvoll sein, wenn Ihr Hund es toleriert und die Haut intakt ist. Verwenden Sie ein weiches, feuchtes Tuch oder ein für Hunde geeignetes, unparfümiertes Feuchttuch, vermeiden Sie kräftiges Schrubben und trocknen Sie die Zwischenzehenbereiche ab. Brechen Sie ab und wenden Sie sich an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt, wenn Sie Schmerzen, Schwellungen, Feuchtigkeit, unangenehmen Geruch, Ausfluss, Risse oder offene Haut feststellen.
Wie oft sollte ich einen Hund mit Verdacht auf saisonale Allergien baden?
Für jeden Hund mit Juckreiz gibt es keinen allgemein gültigen Badeplan. Die Häufigkeit und die Wahl des Produkts hängen vom Hautzustand, Fell, der Diagnose, der Verträglichkeit und dem Behandlungsplan Ihres Hundes ab. Zu häufiges Baden oder ein ungeeignetes Produkt kann die Haut reizen. Fragen Sie Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt nach einem individuellen Badeplan, wenn die Beschwerden wiederkehren.
Kann ich ein Allergiemedikament für Menschen verwenden, das mein Hund schon einmal bekommen hat?
Verwenden Sie kein Präparat für Menschen und keine frühere Dosieranweisung erneut, ohne dies zuvor mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt abzuklären. Zusammensetzungen können sich unterscheiden, der Gesundheitszustand oder andere Medikamente Ihres Hundes können sich verändert haben und die aktuellen Symptome können eine andere Ursache haben. Wurde ein Präparat bereits versehentlich verabreicht, bewahren Sie die Verpackung auf und holen Sie umgehend fachkundigen Rat ein.