Anzeichen des Alterns beim Hund: 10 Veränderungen im Blick behalten

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Goldbrauner älterer Hund ruht drinnen auf einem gepolsterten Bett
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Hunde werden nicht an einem für alle gleichermaßen gültigen Geburtstag zu Senioren. Größe, Rasse, erwartete Lebensspanne, bisherige Krankengeschichte und die individuelle Entwicklung spielen eine Rolle. Eine graue Schnauze oder längere Nickerchen können zum normalen Alterungsprozess gehören. Neue Veränderungen bei Bewegung, Appetit, Trinkverhalten, Ausscheidungen, Atmung oder Verhalten sollten jedoch nicht einfach als „nur das Alter“ abgetan werden. Alter ist keine Diagnose.

Dieser Ratgeber hilft Ihnen, Veränderungen und Muster wahrzunehmen, wichtige Details festzuhalten und einzuschätzen, wann ein Tierarztbesuch sinnvoll ist. Er kann nicht feststellen, ob Ihr Hund an Arthrose, einer Nierenerkrankung, einer Zahnerkrankung, Schmerzen oder einer kognitiven Dysfunktion des Hundes leidet. Dafür sind eine Untersuchung und gegebenenfalls diagnostische Tests erforderlich.

Kurz gesagt: Häufige Anzeichen des Alterns bei Hunden

Frühe Veränderungen entwickeln sich oft schleichend und bleiben leicht unbemerkt, wenn Sie Ihren Hund jeden Tag sehen. Achten Sie nicht nur auf sein Aussehen, sondern auch darauf, wie er alltägliche Aufgaben bewältigt. Die folgende Tabelle dient als Orientierung, nicht als Diagnose-Checkliste.

Beobachtete Veränderung Worauf Sie achten sollten Nächster Schritt
Steifheit oder langsamere Bewegungen Aufstehen, Treppensteigen, Springen, Wenden, Länge der Spaziergänge und Erholung danach Halten Sie das Muster fest und fragen Sie Ihren Tierarzt nach möglichen Schmerzen, wenn die Veränderung anhält oder sich verschlimmert.
Mehr Schlaf oder weniger Ausdauer Interesse an gewohnten Aktivitäten, Atmung und Erholung nach sanfter Bewegung Vergleichen Sie die Veränderung mit dem individuellen Normalzustand Ihres Hundes, statt automatisch das Alter als Ursache anzunehmen.
Veränderungen bei Gewicht oder Muskulatur Körperform, Appetit, Futteraufnahme und Muskulatur an Wirbelsäule und Hüften Wiegen Sie Ihren Hund regelmäßig unter möglichst gleichen Bedingungen und besprechen Sie eine unerklärliche Zu- oder Abnahme mit dem Tierarzt.
Veränderungen beim Hören oder Sehen Erschrecken, nicht wahrgenommene Signale, Anstoßen an Gegenstände oder Zögern an unbekannten Orten Sorgen Sie für eine möglichst vertraute Umgebung und lassen Sie eine neue oder plötzliche Veränderung tierärztlich untersuchen.
Veränderungen an Fell, Haut oder beim Putzen Ergrauen, Verfilzungen, Juckreiz, wunde Stellen, ungewöhnlicher Geruch oder Abneigung gegen das Bürsten Gehen Sie behutsam vor und lassen Sie anhaltende oder schmerzhafte Veränderungen untersuchen.
Zahn- oder Fressprobleme Mundgeruch, Speicheln, Fallenlassen von Futter, Kauen auf einer Seite oder Verweigerung von Trockenfutter Vereinbaren Sie eine tierärztliche Untersuchung der Zähne, statt allein das Futter zu wechseln.
Veränderungen bei Ausscheidungen, Durst oder Verdauung Unsauberkeit, Pressen beim Urinieren oder Kotabsatz, Erbrechen, Durchfall oder anhaltende Veränderungen beim Trinken Wenden Sie sich an Ihren Tierarzt, besonders wenn die Veränderung neu ist oder wiederholt auftritt.
Verwirrtheit oder verändertes Verhalten im Umgang Unruhiges Hin- und Herlaufen, Feststecken, nächtliches Aufwachen, Verstecken, Angst oder Reizbarkeit Halten Sie das Muster fest und lassen Sie Schmerzen, nachlassende Sinnesleistungen sowie medizinische Ursachen ausschließen.

1. Steifheit, langsamere Bewegungen oder Schwierigkeiten beim Aufstehen

Viele Halter bemerken erste Altersveränderungen daran, dass ihr Hund nach dem Ruhen länger zum Aufstehen braucht, nicht mehr auf seinen Lieblingsplatz springt, vor Treppen innehält oder mehr Zeit für einen Spaziergang benötigt. Mit zunehmendem Alter können Muskelspannung und Bewegungseffizienz nachlassen. Bewegungsunlust kann jedoch auch auf Arthrose, Rückenschmerzen, eine Verletzung, eine Herzerkrankung oder ein anderes behandlungsbedürftiges Problem hindeuten.

Beobachten Sie den gesamten Bewegungsablauf, statt sich auf einen einzelnen auffälligen Moment zu konzentrieren. Achten Sie darauf, ob Ihr Hund ohne Hilfe aufstehen kann, gleichmäßig läuft, sich problemlos wendet, alle vier Beine belastet und sich nach einem kurzen, ruhigen Spaziergang wieder erholt. Auch eine schleichende Veränderung sollten Sie beim nächsten Kontrolltermin erwähnen. Plötzliche Schwäche, wiederholtes Hinfallen, ein nicht belastetes Bein, starke Schmerzen oder die Unfähigkeit aufzustehen erfordern umgehend tierärztliche Hilfe.

Wenn Sie vor allem wissen möchten, wie Sie sich auf neue Mobilitätsprobleme vorbereiten können, lesen Sie unseren Ratgeber mit Fragen, die Sie Ihrem Tierarzt zur Mobilität älterer Hunde stellen sollten. Beginnen Sie jedoch keine Übungen, verwenden Sie keine Bandagen oder Schienen und geben Sie keine Nahrungsergänzungsmittel, um die Ursache der veränderten Bewegungen nicht abklären zu lassen.

2. Mehr Schlaf, weniger Ausdauer oder weniger Interesse am Spielen

Ältere Hunde schlafen möglicherweise länger und bevorzugen kürzere Spaziergänge. Das ist eher unbedenklich, wenn Ihr Hund weiterhin Freude am Fressen, entspanntem Schnüffeln, am Zusammensein mit der Familie und an vertrauten Abläufen hat. Ein deutlicherer Energieabfall ist etwas anderes. Wenn ein Hund Menschen nicht mehr begrüßt, Aktivitäten aufgibt, die ihm früher Freude gemacht haben, stark hechelt oder ungewöhnlich lange zur Erholung braucht, kann er Beschwerden haben oder krank sein.

Halten Sie Dauer und Erholung in einfachen Worten fest. „12 Minuten spazieren gegangen und danach entspannt ausgeruht“ ist aussagekräftiger als „wirkt alt“. Notieren Sie außerdem Husten, angestrengte Atmung, Ohnmacht, Schwäche, Appetit und Trinkmenge. Diese Angaben helfen dem Tierarzt einzuschätzen, ob die Veränderung zum normalen Alterungsprozess passt oder auf Schmerzen beziehungsweise eine Erkrankung von Herz, Lunge, Stoffwechsel oder einem anderen Organsystem hindeuten könnte.

3. Veränderungen bei Gewicht, Muskulatur, Appetit oder Trinkverhalten

Mit zunehmendem Alter kann sich der Energiebedarf verändern. Unerklärliche Gewichtsveränderungen sollten jedoch nicht nach bloßem Vermuten behandelt werden. Eine Gewichtszunahme kann schmerzende Gelenke zusätzlich belasten. Gewichtsverlust kann auf verminderten Appetit, Zahnschmerzen, eine gestörte Nährstoffaufnahme, eine Organerkrankung, Krebs oder ein anderes medizinisches Problem hindeuten. Ein Hund kann außerdem Muskulatur abbauen, obwohl sein Gewicht ungefähr gleich bleibt – insbesondere an Wirbelsäule, Schultern und Hüften.

Verwende zum Wiegen deines Hundes immer dieselbe Waage und möglichst ähnliche Bedingungen. Wenn dein Hund es toleriert, nimm einmal im Monat ein Foto von der Seite und von oben auf. Notiere außerdem den Appetit, ohne ihn zum Fressen zu zwingen. Anhaltend gesteigerter Durst oder häufigeres Urinieren, wiederholtes Erbrechen, Durchfall, eine deutliche Appetitveränderung oder Gewichtsverlust sollten tierärztlich abgeklärt werden. Stelle das Futter nicht um, gib keine Nahrungsergänzungsmittel und reduziere die Kalorienzufuhr nicht drastisch, bevor du die Veränderung mit deiner Tierärztin, deinem Tierarzt oder dem tierärztlichen Team besprochen hast.

Seniorhund mit grauer Schnauze beim Fressen einer abgemessenen Mahlzeit neben frischem Wasser

4. Veränderungen bei Hör- und Sehvermögen

Manche ältere Hunde reagieren weniger zuverlässig auf Zurufe, schlafen durch Geräusche hindurch, die sie früher geweckt haben, erschrecken bei Berührungen oder zögern bei ungewohnten Lichtverhältnissen. Veränderungen des Sehvermögens können sich darin zeigen, dass der Hund gegen Möbel stößt, eine Stufe verfehlt oder nachts nur ungern unterwegs ist. Solche Anzeichen können sich allmählich entwickeln. Eine plötzliche Veränderung, ein schmerzendes Auge, Rötungen, eine Trübung mit Beschwerden oder eine plötzliche Erblindung sind jedoch keine gewöhnlichen Alterserscheinungen.

Erleichtere deinem Hund den Alltag, ohne ihn überraschend auf die Probe zu stellen. Nähere dich ihm nach Möglichkeit aus seinem Blickfeld heraus, verwende einheitliche Handzeichen, bewahre Bett und Näpfe immer an den gleichen, vertrauten Plätzen auf, beleuchte dunkle Wege und sichere Treppen, wenn ihm die Orientierung schwerfällt. Unser Ratgeber zu der Unterstützung eines Seniorhundes bei nachlassendem Hörvermögen beschreibt eine möglichst stressarme Kommunikation und Orientierungshilfen für zu Hause ausführlicher.

5. Graue Haare, Veränderungen an Fell, Haut oder bei der Fellpflege

Eine hellere Schnauze oder ein trockener wirkendes Fell können sichtbare Alterszeichen sein. Die Fellfarbe sagt jedoch nichts darüber aus, wie gesund ein Hund ist. Achte vor allem auf Veränderungen, die sein Wohlbefinden beeinträchtigen: neue Verfilzungen, anhaltendes Kratzen, örtlich begrenzten Haarausfall, wunde Stellen, einen neuen Knoten, starken Geruch oder eine plötzliche Abneigung gegen Bürsten und Berührungen.

Pflege das Fell langsam und höre auf, wenn dein Hund zusammenzuckt, einen Körperbereich schützt oder weggehen möchte. Schmerzen können gewöhnliche Fellpflege unangenehm machen, und Verfilzungen können gereizte Haut verdecken. Halte das Fell sauber und trocken, behandle ein Hautproblem jedoch nicht mit Produkten für Menschen und gehe nicht automatisch davon aus, dass eine Veränderung nur kosmetischer Natur ist. Eine Tierärztin oder ein Tierarzt kann Haut, Gelenke, Maul und andere Bereiche untersuchen, die sich zu Hause nur schwer beurteilen lassen.

Person bürstet vorsichtig einen Seniorhund mit grauer Schnauze

6. Veränderungen an den Zähnen und Schwierigkeiten beim Fressen

Mundgeruch, vermehrtes Sabbern, fallengelassenes Futter, Kauen auf einer Seite, Reiben mit der Pfote am Maul oder die Verweigerung von Trockenfutter können auf Zahnschmerzen oder ein anderes Problem im Maul hindeuten. Hunde fressen oft trotz Beschwerden weiter. Appetit allein schließt eine Zahnerkrankung daher nicht aus. Ein Hund, der plötzlich nicht mehr kauen kann, eine Schwellung im Gesicht hat, aus dem Maul blutet oder deutlich unter Beschwerden leidet, sollte zeitnah untersucht werden.

Entferne Zahnstein nicht selbst, gib deinem Hund keine Schmerzmittel für Menschen und erzwinge keine Untersuchung des Mauls. Das tierärztliche Team kann entscheiden, ob eine Untersuchung des Mauls, eine Zahnreinigung, bildgebende Diagnostik oder ein anderer Test sinnvoll ist. Wenn dein Hund älter ist, solltest du die Funktion des Gebisses im selben Protokoll wie Gewicht und Appetit festhalten, statt die Mundgesundheit als rein kosmetisches Thema zu betrachten.

7. Veränderungen bei Stubenreinheit, Durst und Verdauung

Unfälle in der Wohnung, nächtliche Gänge nach draußen, Pressen beim Kot- oder Urinabsatz, Verstopfung, Durchfall, Erbrechen oder ein verändertes Trinkverhalten können viele verschiedene Ursachen haben. Ein nachlassendes Denkvermögen kann die Stubenreinheit beeinträchtigen. Harnwegsinfektionen, Nierenerkrankungen, Diabetes, Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit und Nebenwirkungen von Medikamenten können jedoch ähnlich aussehen. Auch Verdauungsprobleme sollten nicht automatisch einem langsameren „Seniorenmagen“ zugeschrieben werden.

Notiere Häufigkeit, Dauer, Aussehen des Kots, Appetit, Zugang zu Wasser und alle weiteren neuen Anzeichen. Wende dich bei wiederholtem Erbrechen, anhaltendem Durchfall, Schwierigkeiten beim Absetzen von Urin oder Kot, Blut, Anzeichen von Austrocknung oder einer anhaltenden Veränderung beim Trinken oder Urinieren an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt. Entziehe deinem Hund kein Wasser und gib ihm keine frei verkäuflichen Produkte ohne fachliche Anleitung.

8. Veränderungen bei Stimmung, Kontaktverhalten oder Toleranz

Ein älterer Hund kann ruhiger werden, weniger Interesse an Besuch zeigen, sich stärker an eine bestimmte Person binden oder Berührungen schlechter tolerieren. Die Veränderung kann mit nachlassendem Hör- oder Sehvermögen, Schmerzen, Angst, einem veränderten Tagesablauf oder einem kognitiven Problem zusammenhängen. Sie ist kein Beweis dafür, dass der Hund stur oder „schlecht“ geworden ist.

Achte auf den Zusammenhang. Reagiert der Hund, wenn man sich ihm nähert, während er schläft, wenn eine schmerzende Stelle berührt wird, in einem lauten Raum, in der Nähe von Treppen oder nach einem langen Spaziergang? Gib ihm Raum, vermeide Bestrafung und verwende ruhige, vorhersehbare Signale. Bei neuem Knurren oder Schnappen brauchst du einen Sicherheitsplan und eine tierärztliche Einschätzung – besonders, wenn gleichzeitig Steifheit, veränderter Schlaf oder eine erhöhte Empfindlichkeit bei Berührungen auftreten.

9. Verwirrtheit, Umherlaufen oder nächtliche Unruhe

Eine kognitive Dysfunktion beim Hund kann sich durch ein Muster aus Orientierungslosigkeit, verändertem Kontaktverhalten, gestörtem Schlaf, Unsauberkeit, Angst und wiederholten Aktivitäten wie Umherlaufen zeigen. Diese Anzeichen entwickeln sich häufig allmählich. Sie können aber auch durch Schmerzen, nachlassendes Hör- oder Sehvermögen, Infektionen, Stoffwechselerkrankungen, Angst oder neurologische Erkrankungen verursacht oder verstärkt werden. Eine Checkliste kann dir helfen, ein Muster zu beschreiben, aber sie kann keine Diagnose stellen.

Halte Mahlzeiten, Spaziergänge, Ruhezeiten und die Position der Möbel möglichst konstant. Verwende Nachtlichter, sperre Bereiche ab, in denen dein Hund stecken bleiben könnte, und wähle sanfte Schnüffelspiele oder Beschäftigungsspiele mit Futter, die zu seiner körperlichen Belastbarkeit passen. Wenn es sicher möglich ist, filme ein kurzes Beispiel und bringe eine schriftliche zeitliche Übersicht zum Termin mit. Frage deine Tierärztin oder deinen Tierarzt, ob eine strukturierte kognitive Untersuchung wie DISHAA für deinen Hund geeignet ist.

Eine gezielte Auseinandersetzung mit plötzlich auftretenden Gleichgewichtsstörungen, einer schiefen Kopfhaltung oder Orientierungslosigkeit findest du unter Symptome des Old-Dog-Syndroms und tierärztliche Betreuung. Plötzlich auftretende neurologisch wirkende Anzeichen sollten zu Hause nicht als gewöhnliche Alterserscheinungen behandelt werden.

10. Atemprobleme, Schwäche, Schmerzen oder andere Warnzeichen

Bei Kollaps, starker Schwäche, Krampfanfällen, Atemnot, einem schnell anschwellenden Bauch, wiederholtem Erbrechen mit deutlichem Unwohlsein, plötzlicher Gehunfähigkeit, starken Schmerzen oder einer plötzlich auftretenden deutlichen Veränderung des Sehvermögens oder des Nervensystems solltest du umgehend tierärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Ein Seniorhund kann gleichzeitig an mehreren Erkrankungen leiden. Deshalb sollte jedes neue Warnzeichen ernst genommen werden, auch wenn bereits eine bekannte altersbedingte Diagnose vorliegt.

Bei weniger dringenden, aber anhaltenden Veränderungen solltest du einen Termin vereinbaren, statt auf eine Krise zu warten. Das tierärztliche Team kann Körperkondition, Muskulatur, Gelenke, Zähne und Zahnfleisch, Augen, Ohren, Herz und Lunge sowie Blut- oder Urinwerte und die Vorgeschichte zum Verhalten überprüfen. Wie häufig Untersuchungen sinnvoll sind, hängt vom einzelnen Hund ab. In vielen Ratgebern zur Betreuung älterer Hunde werden mindestens jährliche Untersuchungen empfohlen; bei geriatrischen Hunden oder bestehenden Erkrankungen können häufigere Termine sinnvoll sein.

So kannst du erste Alterszeichen zu Hause beobachten

Ein einfaches Protokoll kann aus einer vagen Sorge eine hilfreiche Krankengeschichte machen. Notiere zwei Wochen lang:

  • Datum, Schlafverhalten, Energie und Interesse an einer vertrauten Beschäftigung;
  • wie der Hund aufsteht, läuft, sich dreht, Treppen benutzt und sich danach erholt;
  • gefressene Futtermenge, Appetit, Zugang zu Wasser, Urin, Kot, Erbrechen oder Durchfall;
  • Toleranz bei der Fellpflege, Veränderungen am Maul, Husten, Hecheln oder Atemanstrengung;
  • Reaktionen auf Geräusche und visuelle Reize, nächtliches Aufwachen, Umherlaufen, Verwirrtheit und Kontaktverhalten;
  • ein kurzes Video oder Foto, wenn sich darauf eine wiederkehrende Veränderung sicher erkennen lässt.

Beschreibe, was passiert ist und wann. Vermeide es, im Protokoll eine Diagnose zu vermuten. Ein Eintrag wie „Zögert jeden Abend an derselben Stufe“ hilft deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt mehr als „wird langsamer“. Bring das Protokoll, eine Liste aller Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, Informationen zur Ernährung und deine Fragen zum Termin mit.

Den Alltag erleichtern, ohne falsche Versprechen zu machen

Sobald gesundheitliche Probleme abgeklärt werden, können kleine Veränderungen in der Umgebung unnötige Anstrengung verringern. Achten Sie auf trockene, rutschfeste Böden, stellen Sie Wasser so auf, dass Ihr Hund es gut erreichen kann, bieten Sie ihm ein bequemes Bett und lassen Sie wichtige Möbel an vertrauten Plätzen stehen. Wählen Sie kürzere Aktivitäten mit geringer Belastung und ausreichend Zeit zum Schnüffeln. Beaufsichtigen Sie die Verwendung von Rampen, Treppen, Geschirren oder anderen Hilfsmitteln und brechen Sie ab, wenn Ihr Hund Angst, Erschöpfung, Scheuerstellen oder Schmerzen zeigt. Diese Hilfsmittel können bei einer bestimmten Aufgabe im Alltag unterstützen, aber sie diagnostizieren, verhindern oder behandeln keine zugrunde liegende Erkrankung.

Eine ausführlichere Checkliste für die tägliche Pflege finden Sie unter Ideen für Pflege, Komfort und Routinen bei älteren Hunden. Es geht nicht darum, dass ein älter werdender Hund sich wie ein Welpe verhält. Entscheidend ist, bedeutsame Veränderungen früh zu erkennen, sichere Möglichkeiten zu erhalten und Hilfe zu suchen, wenn das Muster nicht mehr wie eine angenehme Variante des gewohnten Alltags Ihres Hundes wirkt.

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Alter gilt ein Hund als Senior?

Dafür gibt es keine einheitliche Altersgrenze. Große und sehr große Rassen erreichen die Seniorenphase oft früher, während kleinere Hunde später so weit sein können. Rasse, erwartete Lebenserwartung, Krankengeschichte und die individuelle körperliche Verfassung sind wichtiger als eine feste Altersangabe. Fragen Sie Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt, wann ein vorausschauenderer Pflegeplan für Ihren Hund sinnvoll ist.

Ist eine graue Schnauze ein Beweis dafür, dass mein Hund alt oder krank ist?

Nein. Das Ergrauen ist eine äußerliche Veränderung, aber weder eine Diagnose noch eine zuverlässige Möglichkeit, das Alter eines einzelnen Hundes einzuschätzen. Achten Sie zusätzlich auf Beweglichkeit, Körperzustand, Sinne, Appetit, Schlaf, Fellpflege und Kontaktverhalten.

Muss ich mir Sorgen machen, wenn mein älterer Hund mehr schläft?

Mit zunehmendem Alter kann mehr Schlaf vorkommen. Ein plötzlicher Energieabfall, weniger Interesse an üblichen Aktivitäten, Veränderungen der Atmung, Schwäche, Schmerzen oder eine lange Erholungszeit nach leichter Bewegung sollten jedoch tierärztlich besprochen werden. Vergleichen Sie den aktuellen Zustand mit dem individuellen Normalzustand Ihres Hundes.

Bedeutet Verwirrtheit, dass mein Hund dement ist?

Nicht unbedingt. Eine kognitive Beeinträchtigung ist eine mögliche Ursache, aber auch Schmerzen, nachlassende Sinne, Angst, Infektionen, Stoffwechselerkrankungen und neurologische Erkrankungen können ähnliche Anzeichen hervorrufen. Beobachten und dokumentieren Sie das Muster und lassen Sie die Ursache von Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt abklären, bevor Sie es einordnen.

Sollte ich das Futter meines Hundes ändern, wenn Altersanzeichen auftreten?

Nehmen Sie aufgrund eines einzelnen Symptoms keine größere Futter- oder Ergänzungsumstellung vor. Gewicht, Appetit, Zahnkomfort, Nieren- oder Leberfunktion, Aktivitätsniveau und bestehende Erkrankungen beeinflussen den passenden Plan. Besprechen Sie Änderungen mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt.

Wie oft sollte ein älterer Hund zur Tierärztin oder zum Tierarzt?

Viele tiermedizinische Quellen empfehlen mindestens eine Untersuchung pro Jahr. Bei geriatrischen Hunden oder Hunden mit gesundheitlichen Problemen werden häufig halbjährliche Termine in Betracht gezogen. Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt kann anhand von Alter, Größe, Vorgeschichte und aktuellen Befunden den passenden Rhythmus festlegen. Bei einer neuen, anhaltenden oder dringenden Veränderung sollten Sie früher einen Termin vereinbaren.

Quellen und Grenzen

Dieser Ratgeber stützt sich auf Informationen zur Tierhalteraufklärung aus den Leitlinien der American Animal Hospital Association zur Versorgung älterer Tiere, Hinweisen von VCA zur Pflege älterer Hunde, Hinweisen von VCA zu Schmerzen und Verhaltensänderungen bei älter werdenden Hunden, dem Cornell University College of Veterinary Medicine, der Veterinärmedizinische Fakultät der University of Illinois und dem veterinärmedizinisch fundierten Überblick des AKC zu älteren Hunden. Die Quellen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine Untersuchung und können nicht feststellen, was bei einem einzelnen Hund passiert.

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