Warum fressen Hunde Erde? Pica, Risiken und Warnzeichen
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Kurz gesagt: Ein Hund frisst möglicherweise Erde aus ganz normalen Gründen: aus Neugier, beim Aufstöbern von Futter, aus Hunger, wegen eines interessanten Geruchs oder einer ungewohnten Beschaffenheit, aus Langeweile oder in einer stressigen Umgebung. Wiederholtes oder ausgeprägtes Erde- beziehungsweise Bodenfressen kann jedoch auch auf Pica oder ein zugrunde liegendes gesundheitliches Problem hindeuten. Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Mineralstoffmangel oder ein „Entgiftungsbedarf“ vorliegt. Beobachten Sie, was passiert ist, verhindern Sie weiteren Zugang und wenden Sie sich an Ihre Tierarztpraxis, wenn das Verhalten neu ist, anhält, zunimmt oder von Krankheitszeichen begleitet wird. Bei einem möglichen Kontakt mit Dünger, Kompost, Pestiziden oder anderen Giftstoffen ist umgehend fachkundige Beratung erforderlich.
Es ist beunruhigend, Erde im Maul Ihres Hundes zu entdecken – besonders, wenn dieses Verhalten plötzlich auftritt. Die wichtigste Frage lautet nicht: „Nach welchem Mineralstoff verlangt mein Hund?“ Sondern: „Wie oft passiert das, was genau wurde verschluckt und was hat sich außerdem verändert?“ Einmal an unbehandelter Erde zu lecken, ist etwas anderes, als wiederholt ganze Bissen zu fressen, zu graben und die Erde zu verschlucken oder Erde zu fressen, während der Hund erbricht oder Gewicht verliert.
Dieser Ratgeber hilft Ihnen, die möglichen Ursachen einzuordnen, ohne Ihren Hund zu Hause selbst diagnostizieren zu wollen. Er behandelt Erkundungs- und Futtersuchverhalten, Pica, Parasiten, Blutarmut, Magen-Darm-Probleme, verunreinigte Erde, verschluckte Fremdkörper, Beobachtung und Zugangsbeschränkung sowie die Anzeichen, bei denen aus einer normalen Frage ein dringender tierärztlicher Fall wird.
Warum frisst mein Hund Erde?
Erdefressen kann verschiedene Ursachen haben. Welpen und neugierige Hunde erkunden neue Gerüche, Beschaffenheiten oder Bewegungen oft mit dem Maul. Manche Hunde suchen nach Futter, wenn es nach Nahrung riecht, die Fütterungszeiten nicht zu ihrem individuellen Tagesablauf passen oder der Boden Gerüche von Tieren enthält. Auch Graben kann dazu dienen, die Umgebung zu erkunden, sich zu beschäftigen oder auf einen besonders anregenden Garten zu reagieren.
Andere Hunde beginnen Erde zu fressen, wenn es ihnen nicht gut geht oder ein gesundheitliches, ernährungsbedingtes oder verhaltensbezogenes Problem ihren Appetit verändert. Als mögliche Faktoren bei der Aufnahme von Nicht-Nahrungsmitteln werden in tiermedizinischen Quellen unter anderem Magen-Darm-Erkrankungen, Darmparasiten, Blutarmut, Mangelernährung, hormonelle Erkrankungen, Nebenwirkungen von Medikamenten, Frustration und Angst genannt. Diese Möglichkeiten sollten Sie mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt besprechen – aus einem einzelnen Video oder einem einzigen Bissen lassen sich keine Schlussfolgerungen ziehen.
Achten Sie auf das Muster hinter dem Verhalten. Schnuppert Ihr Hund und probiert nur ein winziges bisschen, bevor er weitergeht? Kehrt er immer wieder an dieselbe Stelle zurück und schluckt die Erde wiederholt? Begann das Verhalten nach einer Futterumstellung, einem neuen Medikament, einem stressigen Ereignis oder einer Behandlung des Gartens? Haben sich gleichzeitig Appetit, Kot, Energie, Körpergewicht, Durst oder Erbrechen verändert? Der Zusammenhang hilft meist besser als eine pauschale Erklärung, den nächsten sicheren Schritt zu bestimmen.
Ist Erdefressen Pica oder normales Erkunden?
VCAs Überblick zu Pica bei Hunden beschreibt Pica als anhaltendes Fressen von Substanzen, die keine Lebensmittel sind. Diese Definition ist wichtig. Ein Welpe, der einmal ein Krümelchen Erde ins Maul nimmt, zeigt dadurch nicht automatisch eine Pica-Störung. Ein Hund, der wiederholt Erde, Kies, Mulch, Stoff, Papier oder andere nicht zum Verzehr bestimmte Dinge sucht und verschluckt, sollte tierärztlich untersucht werden – besonders, wenn das Verhalten neu ist oder zunimmt.
Auch VCAs Hinweise zum Fressen ungewöhnlicher Dinge durch Hunde helfen Halterinnen und Haltern bei dieser Unterscheidung: Erkunden und Aufstöbern von Futter kommen vor, eine anhaltende Aufnahme kann jedoch auf ein gesundheitliches oder verhaltensbezogenes Problem hindeuten. Pica beschreibt das Aufnahmeverhalten, erklärt aber nicht, warum es auftritt. Pica beweist keinen Mineralstoffmangel und ist kein Hinweis darauf, dass ein Hund eine Reinigung oder „Entgiftung“ benötigt.
Häufige Erklärungen aus Verhalten und Umwelt
Erkundungsverhalten: Welpen prüfen ihre Umgebung häufig mit Geruch und Geschmack. Ein erwachsener Hund erkundet möglicherweise ein frisch umgegrabenes Beet, feuchte Erde, eine Tierspur oder eine Stelle, an der Futter heruntergefallen ist. Erkundungsverhalten hat meist einen Anfang und ein Ende. Bedenklicher wird es, wenn der Hund nicht davon ablassen kann, große Mengen verschluckt oder viele verschiedene nicht essbare Materialien aufsucht.
Aufstöbern von Futter oder Nahrungssuche: Ein hungriger, besonders futtermotivierter Hund oder ein Hund, der einer Geruchsspur folgt, probiert möglicherweise Erde in der Nähe eines heruntergefallenen Leckerlis oder von Tierkot. Ändern Sie die Futtermenge nicht eigenständig, um das Verhalten „zu beheben“. Besprechen Sie die vollständige Ernährung, den Fütterungsrhythmus, die Körperkondition und die Leckerlis mit Ihrer Tierarztpraxis – insbesondere bei Welpen, älteren Hunden, Tieren mit Gewichtsveränderungen oder chronischen Erkrankungen.
Langeweile oder ein schwieriger Tagesablauf im Garten: Graben kann für einen Hund eine sinnliche Beschäftigung sein, wenn ihm geeignete Abwechslung fehlt oder er zu viel Zeit draußen ohne Struktur verbringt. Hilfreich können beaufsichtigte Aufenthalte im Garten, eine Leine in besonders risikoreichen Bereichen, kurze Schnüffelspaziergänge auf sauberen Untergründen und eine belohnungsbasierte Umlenkung auf eine bekannte, sichere Beschäftigung sein. Diese Maßnahmen schränken den Zugang ein und bieten eine Alternative – sie schließen eine Erkrankung jedoch nicht aus.
Stress oder Veränderungen: Ein Umzug, Baulärm, Besuch, ein anderes Tier, Alleinsein oder ein veränderter Tagesablauf kann das Aufstöbern von Futter und wiederholte Verhaltensweisen eines Hundes beeinflussen. Bestrafen Sie Ihren Hund nicht für das Fressen von Erde und greifen Sie nicht in ein bewachtes Maul. Schaffen Sie Abstand, entfernen Sie die Gefahrenquelle, sofern dies sicher möglich ist, und holen Sie sich Unterstützung von einer qualifizierten Fachperson für Verhalten, wenn Bewachen, Knurren, Schnappen oder wiederholte deutliche Stressreaktionen auftreten.
Mögliche gesundheitliche Ursachen für das Gespräch mit der Tierarztpraxis
Gesundheitliche Ursachen können sich überschneiden. Beschwerden im Magen oder Darm können Appetit und Verhalten verändern. Parasiten können die Verdauung und die Nährstoffversorgung beeinträchtigen. Auch Schmerzen, Medikamentenwirkungen, hormonelle Erkrankungen oder andere Krankheiten können den gewohnten Tagesablauf verändern. Ein Hund kann dabei zunächst einen munteren Eindruck machen, obwohl sich ein Problem entwickelt. Deshalb sind der zeitliche Verlauf und weitere begleitende Anzeichen besonders wichtig.
Das Merck Veterinary Manual erklärt, dass Magen-Darm-Parasiten die Verdauung und Gesundheit von Hunden beeinträchtigen können, und dass Hakenwürmer zu Blutverlust beitragen können. Das Fressen von Erde weist jedoch nicht auf einen bestimmten Parasiten hin. Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt entscheidet möglicherweise, ob eine Kotuntersuchung, eine Überprüfung des Parasitenprophylaxe-Status, eine Blutuntersuchung oder ein anderer Test für Alter und Exposition des Hundes sinnvoll ist.
M ercks Ratgeber zur Blutarmut für Tierhalterinnen und Tierhalter nennt blasses Zahnfleisch, Schwäche, Teilnahmslosigkeit und eine geringere Belastbarkeit als Anzeichen, die ernst genommen werden sollten. Geben Sie nicht aufgrund der Vermutung eines Mineralstoffmangels durch Erdefressen Eisen, Mineralstoffe oder Nahrungsergänzungsmittel. Blasses Zahnfleisch, ausgeprägte Schwäche, ein Zusammenbrechen oder eine plötzliche Verschlechterung sollten als gesundheitliches Problem und nicht als Anlass für ein Ernährungsexperiment betrachtet werden.
Bei Welpen können Parasitenkontakt und normales Erkundungsverhalten gleichzeitig auftreten. VCAs Hinweise zu Kotuntersuchungen bei Welpen erklären, warum eine Kotuntersuchung Teil der Vorsorge sein kann. Bei einem erwachsenen Hund sollte ein neues, wiederholtes Verhalten ebenso wie eine Appetitveränderung, Gewichtsverlust oder auffälliger Kot individuell anhand der Vorgeschichte und einer Untersuchung abgeklärt werden.
Was können Erde, Boden und Gartenbereiche enthalten?
Die Herkunft der Erde ist wichtig, selbst wenn Ihr Hund unauffällig wirkt. Erde kann mit Kot, Mulch, scharfkantigen Steinen, Stöcken, Blumenzwiebeln, Schimmel oder anderen Gegenständen vermischt sein. Ein Gartenbeet kann außerdem Dünger, Kompost, Unkrautvernichtungsmittel, Pestizide oder ein Produkt enthalten, das kürzlich von einer Nachbarin oder einem Nachbarn ausgebracht wurde. Die Sicherheitshinweise der ASPCA zu Kompost und Dünger erklären, warum „natürlich“ für Haustiere nicht automatisch harmlos bedeutet.
Die tiermedizinischen Verhaltensempfehlungen der Cornell University sind für eine weitere wichtige Abgrenzung hilfreich: Stress und Angst können das Verhalten beeinflussen, die Bezeichnung sollte jedoch nicht die medizinische Abklärung ersetzen. Ebenso kann ein Hund, der Gras oder Erde frisst, auf Nahrungssuche sein oder seine Umgebung erkunden. Enthält der Bereich jedoch Pestizide oder Parasiten oder treten Magen-Darm-Beschwerden auf, verändert sich die Risikoeinschätzung. VCAs Informationen zum Grasfressen beschreibt diesen kontextbezogenen Ansatz.
Verschluckter Kies, Mulch oder ein anderer Gegenstand kann das Risiko eines Fremdkörpers mit sich bringen. VCA-Leitfaden zu Fremdkörpern nennt Erbrechen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Teilnahmslosigkeit und angestrengten Kotabsatz als mögliche Warnzeichen. M ercks Referenz zu Magen-Darm-Verschlüssen erklärt, warum ein vermuteter Verschluss umgehend fachärztlich abgeklärt werden muss. Gehen Sie niemals davon aus, dass ein Hund einen verschluckten Gegenstand problemlos ausscheidet, nur weil dieser klein war oder mit Erde vermischt wurde.
Was Sie vor dem Anruf beim Tierarzt notieren sollten
Eine kurze, sachliche Dokumentation ist hilfreicher als eine eigene Risikoeinschätzung. Notieren Sie:
- Wann das Verhalten begonnen hat, wie oft es auftritt und ob die aufgenommene Menge zuzunehmen scheint.
- Ob Ihr Hund die Erde geleckt, gekaut oder verschluckt hat und ob sich darin Steine, Mulch, Stöcke, Kot, Pflanzen oder andere Gegenstände befanden.
- Den genauen Ort sowie jedes Düngemittel, jeden Kompost, jedes Pflanzenschutz- oder Unkrautvernichtungsmittel und jedes Reinigungsmittel, das dort verwendet worden sein könnte.
- Was unmittelbar davor und danach passiert ist, einschließlich einer Futterumstellung, neuer Medikamente, Besuch, Lärm, Bewegung oder Zugang zu Abfällen.
- Appetit, Durst, Erbrechen, Durchfall, Kotfarbe, Husten, Atmung, Bauchbeschwerden, Energie, Zahnfleischfarbe, Gewichtsveränderungen und Verhalten.
- Ein deutliches Foto des Produktetiketts oder eine Probe des Materials – aber nur, wenn eine Fachperson Ihnen bestätigt, dass das sichere Sammeln möglich ist.
Verzögern Sie eine dringende Behandlung nicht, nur um die Liste vollständig auszufüllen. Lösen Sie kein Erbrechen aus und geben Sie kein Öl, Salz, Eisen, Mineralstoffe, Aktivkohle oder „Detox“-Produkt, es sei denn, ein Tierarzt oder eine Giftnotrufzentrale weist Sie ausdrücklich dazu an.
So schränken Sie den Zugang zu Hause sicherer ein
- Sperren Sie die größte Gefahrenquelle ab: Halten Sie Ihren Hund von behandelten Beeten, Kompost, Dünger, Pflanzenschutzmitteln, stehendem Wasser und Bereichen mit sichtbarem Abfall fern. Fragen Sie nach, was dort wann verwendet wurde, statt anhand des Aussehens der Erde zu raten.
- Beaufsichtigen Sie den Aufenthalt im Freien: Verwenden Sie eine gut sitzende Leine oder einen sauberen, gesicherten Bereich, während Sie das Muster beobachten. Bleiben Sie nah genug, um Ihren Hund umzulenken, bevor er Erde verschluckt, aber veranstalten Sie kein Tauziehen um einen verteidigten Gegenstand.
- Lenken Sie ihn ohne Bestrafung um: Rufen Sie Ihren Hund mit einem vertrauten Signal zu sich und bieten Sie ihm eine sichere Beschäftigung oder einen kleinen Teil seines gewohnten Futters an, wenn er ruhig reagieren kann. Kann er sich nicht lösen, vergrößern Sie den Abstand und beenden Sie den Kontakt mit der Gefahrenquelle.
- Gestalten Sie die Beschäftigung sicherer: Bieten Sie Schnüffelspiele, Futtersuchspiele, Kauartikel, Training oder Spiel an, die zum Alter, Gebiss, Futter und Aufsichtsbedarf Ihres Hundes passen. Kontrollieren Sie Spielzeug regelmäßig und beenden Sie eine Beschäftigung, wenn Ihr Hund Stücke abbeißt oder den Gegenstand verteidigt.
- Besprechen Sie den Alltag mit der passenden Fachperson: Ein Tierarzt kann Futter, Körperkondition, Verdauung und Untersuchungsergebnisse beurteilen. Eine auf Belohnung basierende Verhaltensexpertin oder ein Verhaltensexperte kann nach der Abklärung gesundheitlicher Ursachen bei zwanghaften Verhaltensmustern, Frust, Ressourcenverteidigung oder Umweltstress unterstützen.
Mercks Referenz zu Verhaltensproblemen spricht dafür, zunächst medizinische Ursachen in Betracht zu ziehen, bevor wiederholtes Verschlucken ausschließlich als Trainingsproblem behandelt wird. Managementmaßnahmen schaffen die Grundlage für eine sicherere Beobachtung, sind aber kein Versprechen, dass das Verhalten harmlos ist oder geheilt wird.
Wann sollte ich einen Tierarzt anrufen?
Holen Sie tierärztlichen Rat ein, wenn Ihr Hund neu, wiederholt oder zunehmend Erde frisst – insbesondere, wenn er nach mehreren nicht essbaren Gegenständen sucht, Gewicht verliert, einen veränderten Appetit hat oder sich unwohl zu fühlen scheint. Bei Welpen, älteren Hunden, Hunden mit chronischen Erkrankungen und Hunden, die Medikamente einnehmen, kann wegen des jeweils anderen Kontexts und Risikos eine frühere Rücksprache sinnvoll sein.
Suchen Sie umgehend tierärztliche Hilfe bei wiederholtem Erbrechen oder Würgen, einem aufgeblähten oder schmerzhaften Bauch, wenn Ihr Hund Wasser nicht bei sich behalten kann, das Futter verweigert, stark teilnahmslos oder schwach ist, blasses oder weißes Zahnfleisch hat, schwarzen oder blutigen Kot, starken Durchfall, einen Kreislaufkollaps, Atemprobleme, Krampfanfälle oder Verwirrtheit zeigt oder vermutlich Dünger, Kompost, ein Pflanzenschutzmittel, eine giftige Pflanze oder eine unbekannte Chemikalie aufgenommen hat. VCA-Leitfaden zu häufigen Notfällen nennt einen Kreislaufkollaps, Atemprobleme, Krampfanfälle, starke Schwäche und eine akute Verschlechterung als Gründe für eine dringende tierärztliche Behandlung.
Wenn ein Gift im Spiel sein könnte, halten Sie die Verpackung, die Zutatenliste, die ungefähr aufgenommene Menge und den Zeitpunkt des Kontakts bereit. ASPCA-Giftnotruf kann eine auf den jeweiligen Kontakt abgestimmte Einschätzung geben. Befolgen Sie die Anweisungen einer Giftnotrufzentrale oder eines tierärztlichen Notdienstes, statt zu versuchen, den Stoff zu Hause zu neutralisieren.
Häufig gestellte Fragen
Warum frisst mein Hund Erde?
Mögliche Gründe sind Erkundungsverhalten, Fressen von herumliegenden Dingen, Hunger, ein interessanter Geruch oder eine ungewöhnliche Konsistenz, Langeweile, Stress, Magen-Darm-Beschwerden, Parasiten, Blutarmut, eine andere Erkrankung oder Pica. Das Muster und die begleitenden Anzeichen sind wichtiger als eine vorschnell angenommene einzelne Ursache.
Ist das Fressen von Erde immer Pica?
Nein. Als Pica bezeichnet man die anhaltende Aufnahme von Substanzen, die nicht als Nahrung gedacht sind. Einmaliges, erkundendes Probieren erfüllt diese Beschreibung nicht automatisch. Wiederholtes Schlucken oder die gezielte Suche nach verschiedenen Dingen, die nicht zum Futter gehören, sollte jedoch tierärztlich abgeklärt werden.
Kann ein Welpe beim Erkunden Erde fressen?
Ja, Welpen erkunden ihre Umgebung mit Geruch und Geschmack. Beaufsichtigen Sie Ihren Welpen, entfernen Sie behandelte oder verunreinigte Erde und wenden Sie sich an den Tierarzt, wenn das Fressen wiederholt oder in größeren Mengen auftritt, mit Krankheitszeichen einhergeht oder Steine, Mulch, Kot oder Chemikalien enthalten sein könnten.
Können Parasiten dazu führen, dass ein Hund Erde frisst?
Parasiten sind eine mögliche medizinische Ursache, aber vom Erdefressen allein lässt sich kein Parasitenbefall ableiten. Ihr Tierarzt kann je nach Untersuchung des Hundes die bisherige Exposition, eine Kotuntersuchung sowie Vorbeugung und Behandlung besprechen.
Kann Erdefressen auf eine Blutarmut hindeuten?
Blutarmut ist eine mögliche Ursache für ungewöhnliches Verhalten, lässt sich aber nicht allein anhand des Erdefressens feststellen. Blasses Zahnfleisch, Schwäche, Teilnahmslosigkeit, ein Kollaps oder nachlassende Belastbarkeit erfordern umgehend tierärztliche Aufmerksamkeit.
Was ist, wenn sich Dünger oder Kompost in der Erde befand?
Bewahren Sie die Produktverpackung oder das Etikett auf und wenden Sie sich umgehend an einen Tierarzt oder eine tiermedizinische Giftnotrufzentrale. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein natürliches Produkt harmlos ist, und lösen Sie kein Erbrechen aus und geben Sie keine Hausmittel, sofern Sie nicht dazu angewiesen wurden.
Was ist, wenn mein Hund Steine oder Mulch verschluckt hat?
Achten Sie auf Erbrechen, Würgen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Teilnahmslosigkeit, Pressen beim Kotabsatz oder einen aufgeblähten Bauch. Warten Sie jedoch nicht auf Symptome, wenn der Verdacht auf einen verschluckten Fremdkörper besteht. Wenden Sie sich an einen Tierarzt.
Soll ich meinem Hund Mineralstoffe oder Eisen geben?
Nein. Ein Mineralstoff- oder Eisenpräparat kann schädlich sein, wenn es ohne festgestellten Bedarf verabreicht wird. Bitten Sie Ihren Tierarzt, die Ernährung, den Ernährungszustand, die Blutwerte und andere mögliche Ursachen zu beurteilen.
Soll ich meinem Hund eine Entgiftungskur geben?
Keine Entgiftung zu Hause kann das Erdefressen erklären oder sicher behandeln. Verhindern Sie weiteren Zugang zur Erde und holen Sie professionellen Rat ein, wenn das Verhalten anhält oder von Warnzeichen begleitet wird.
Wie kann ich verhindern, dass mein Hund Erde frisst?
Sperren Sie Bereiche mit erhöhtem Risiko ab, beaufsichtigen Sie Ihren Hund draußen, lenken Sie ihn ruhig um, bevor er die Erde schluckt, und bieten Sie ihm sichere Beschäftigung. Wenn das Verhalten anhält, sollten Sie eine tierärztliche Untersuchung vereinbaren und sich nicht ausschließlich auf Training verlassen.
Soll ich nach dem Fressen von Erde Erbrechen auslösen?
Lösen Sie kein Erbrechen aus, es sei denn, ein Tierarzt oder eine Fachkraft der Giftnotrufzentrale weist Sie dazu an. Die Erde kann Substanzen oder Gegenstände enthalten, bei denen Erbrechen unsicher oder nicht hilfreich wäre.
Welche Informationen sollte ich für den Tierarzt festhalten?
Notieren Sie Beginn, Häufigkeit und Menge, den genauen Ort, Behandlungen der Erde, beigemischte Materialien, Veränderungen bei Futter oder Medikamenten sowie Veränderungen bei Appetit, Kot, Erbrechen, Energie, Zahnfleischfarbe, Gewicht und Atmung.
Wann ist Erdefressen ein Notfall?
Suchen Sie umgehend tierärztliche Hilfe bei wiederholtem Erbrechen, Würgen, starken Schmerzen, einem aufgeblähten Bauch, wenn Wasser nicht bei sich behalten werden kann, blassem Zahnfleisch, Schwäche, einem Kollaps, Atemproblemen, Krampfanfällen, dem Verdacht auf eine Giftaufnahme oder auf einen Darmverschluss.
Quellen und weiterführende Informationen
Dieser Artikel stützt sich auf die oben verlinkten Quellen aus den Bereichen Tiermedizin, Vorsorge und Giftnotruf. Sie erläutern mögliche Ursachen, Risiken durch die Aufnahme und Grenzen für eine weitere Abklärung. Eine Diagnose für einen einzelnen Hund lässt sich daraus nicht ableiten.
- VCA Animal Hospitals: Pica bei Hunden und warum Hunde ungewöhnliche Dinge fressen.
- Merck Veterinary Manual: Magen-Darm-Parasiten bei Hunden, Blutarmut bei Hunden und Magen-Darm-Verschluss.
- VCA Animal Hospitals: Aufnahme von Fremdkörpern bei Hunden, warum Hunde Gras fressen, Kotuntersuchung bei Welpen und häufige Notfälle bei Hunden.
- Merck Veterinary Manual: Verhaltensprobleme bei Hunden.
- ASPCA: Tipps zur Sicherheit von Haustieren bei Kompost und Dünger sowie ASPCA Poison Control.
- Cornell University College of Veterinary Medicine: Informationen zu ängstlichem Verhalten.
Dieser Ratgeber dient der Information. Er ersetzt weder eine Diagnose noch die Verordnung von Mineralstoffen oder Eisen, einen Entgiftungsplan, eine Anleitung zur Behandlung einer Vergiftung oder die Beratung durch einen Tierarzt beziehungsweise eine Fachkraft der tiermedizinischen Giftnotrufzentrale.