Hund wartet ruhig, während eine Bezugsperson Trockenfutter auf einer Küchenwaage abmisst

Wie viel sollte ich meinem Hund füttern? Kalorien, Futtermenge und Körperzustand

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Die richtige tägliche Futtermenge lässt sich nicht auf eine feste Anzahl von Bechern festlegen. Entscheidend ist die Menge, die den Bedarf deines Hundes deckt und ihm langfristig eine gesunde Körperkondition ermöglicht. Beginne mit den Kalorienangaben auf dem Etikett genau dieses Futters, reserviere Kalorien für Leckerlis und Extras, miss das Futter stets auf dieselbe Weise ab und beobachte anschließend deinen Hund. Die Futtermenge im Napf ist ein Ausgangspunkt. Sie lässt sich besser einschätzen, wenn du Gewichtsentwicklung, Körperform, Appetit, Aktivität und tierärztliche Empfehlungen berücksichtigst.

Das klingt vielleicht aufwendiger, als einfach die Fütterungsempfehlung auf dem Beutel zu befolgen. Mit denselben wenigen Angaben wird es jedoch schnell überschaubar. Der Hundefutter-Rechner kann diese Angaben zu einer täglichen Ausgangsschätzung in Kalorien, Bechern, Gramm oder Dosen zusammenfassen. Das ist hilfreich, um einen Fütterungsplan aufzustellen – besonders, wenn sich mehrere Personen im Haushalt die Fütterung teilen. Der Rechner stellt keine Diagnose und kann nicht klären, warum sich Gewicht, Durst, Appetit oder Kotabsatz deines Hundes verändert haben.

Dieser Ratgeber richtet sich an allgemein gesunde erwachsene Hunde, deren Futter als Hauptnahrung vorgesehen ist. Für Welpen, trächtige oder säugende Hündinnen, Hunde mit verschreibungspflichtigem Futter, Hunde in der Genesung nach einer Krankheit oder Operation sowie Hunde mit einer schnellen oder unerklärlichen Gewichtsveränderung sollte eine individuelle Fütterungsplanung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt erfolgen. Das gilt auch, wenn das Fressen schwierig wird, wiederholt Erbrechen oder Durchfall auftritt oder dein Hund schwach wirkt, Schmerzen hat oder ungewöhnlich durstig ist.

Eine Portionsgröße ist erst aussagekräftig, wenn du sie zusammen mit der gesamten Ernährung, Leckerlis, Aktivität und Veränderungen der Körperkondition betrachtest. Entscheidend ist, was die zitierte Quelle zur Beobachtung von Gewicht und Körperkondition tatsächlich untersucht hat – und was nicht. Eine Studie zur Interpretation von Tierfutteretiketten wertete 174 Fragebögen aus. Dabei schätzten 23% der Halter die Menge an Nassfutter und 43% die Menge an Trockenfutter in den jeweiligen Aufgaben korrekt ein. Der Fragebogen kann nicht bestimmen, welches Futter oder welcher Kalorienbedarf für einen bestimmten Hund richtig ist – insbesondere nicht bei gesundheitlichen Besonderheiten.

Warum die Fütterungstabelle auf dem Beutel hilfreich ist, aber nicht die ganze Antwort liefert

Die Fütterungstabelle auf der Verpackung ist ein sinnvoller Ausgangspunkt. Sie bezieht sich auf genau dieses Rezept und ist daher hilfreicher, als einfach die Becherangabe einer anderen Marke zu übernehmen. Die Tabelle kennt jedoch nicht den Alltag deines Hundes. Sie weiß nicht, ob er die meiste Zeit auf dem Sofa verbringt, dich auf langen Wanderungen begleitet, nach einer ruhigeren Phase wieder Muskulatur aufbaut oder jeden Nachmittag mehrere kalorienreiche Kauartikel bekommt.

Auch die Energiedichte kann sich von Futter zu Futter stark unterscheiden. Ein Becher eines Trockenfutters kann deutlich weniger Kalorien liefern als ein Becher eines anderen. Bei Nassfutter, Frischfutter, Toppings und gemischten Mahlzeiten ist das Volumen noch weniger aussagekräftig. Zwei gleich voll aussehende Näpfe können sehr unterschiedliche Energiemengen enthalten. Deshalb solltest du die Fütterungstabelle zunächst als groben Bereich verstehen und sie anschließend mit den Kalorienangaben auf dem Etikett sowie den Veränderungen bei deinem Hund abgleichen.

Die Association of American Feed Control Officials erklärt, dass ein Tierfutteretikett eine Angabe zur ernährungsphysiologischen Eignung, Fütterungshinweise und eine Kalorienangabe enthalten sollte. Die Fütterungshinweise sind Empfehlungen und keine Garantie dafür, dass jeder Hund mit einem bestimmten Gewicht dieselbe Menge benötigt. Besonders hilfreich ist die Kalorienangabe, denn sie zeigt, wie viel Energie das Futter enthält – häufig in kcal pro Kilogramm und zusätzlich bezogen auf eine vertraute Menge wie einen Becher oder eine Dose. Die einzelnen Bestandteile eines Etiketts findest du im Leitfaden von AAFCO zum Lesen von Tierfutteretiketten.

Ein guter Fütterungsplan beantwortet vier Fragen des Alltags: Wie hoch ist der tägliche Kalorien-Ausgangswert? Wie viele Kalorien stammen aus dem Hauptfutter? Wie wird daraus die auf diesem Etikett angegebene Menge in Bechern, Gramm, Portionsbeuteln oder Dosen? Woran erkennen wir, dass der Plan überprüft werden sollte? Wenn du diese Fragen beantworten kannst, hast du einen Plan, den sich leichter im Haushalt teilen und anpassen lässt.

Schlichter Hundefutterbeutel, Messbecher und Napf für eine abgemessene Mahlzeit

Beginne mit den vier wichtigen Angaben

Du musst nicht jede Mahlzeit in ein Rechenprojekt verwandeln. Einige wenige Angaben solltest du jedoch zuverlässig zusammentragen. Schreib sie auf oder hinterlege sie als Notiz am Kühlschrank. Wenn das Futter gewechselt wird oder ein anderes Familienmitglied die Fütterung übernimmt, verhindert die Notiz, dass sich die Portionsgröße unbemerkt verändert.

  1. Das aktuelle Gewicht deines Hundes. Verwende nach Möglichkeit ein aktuelles, zuverlässig ermitteltes Gewicht. Wenn dir nur eine Haushaltswaage zur Verfügung steht, ist eine gleichbleibende Vorgehensweise wichtiger als eine möglichst genaue Dezimalstelle.
  2. Ein täglicher Kalorien-Ausgangswert. Dabei handelt es sich um eine Schätzung, die Gewicht, Lebensphase, Aktivität, Körperkondition, Kastrationsstatus und tierärztliche Empfehlungen berücksichtigt. Sie ist ein Ausgangspunkt, keine dauerhafte feste Vorgabe.
  3. Die Energiedichte des Futters. Achte auf Angaben zu kcal pro Becher, Dose, Portionsbeutel, Schale, Kilogramm oder Gramm auf genau der Verpackung, die du verwendest. Änderungen am Rezept können diesen Wert verändern. Prüfe deshalb bei einem neuen Beutel die Angaben erneut, statt davon auszugehen, dass sie gleich geblieben sind.
  4. Kalorien aus allen anderen Quellen. Belohnungen beim Training, Zahnpflegesnacks, Toppings, Erdnussbutter, Käse, Tischreste und Futter, das in Spielzeug versteckt wird, gehören alle zur täglichen Kalorienmenge.

Eine fünfte Information ist ebenso wichtig, auch wenn sie keine Zahl auf dem Beutel ist: die Körperkondition. Ein Hund kann dasselbe Gewicht haben und nach einer Veränderung von Muskulatur, Fell, Tagesablauf oder Körperfett trotzdem anders aussehen und sich anders anfühlen. Die Ernährungsleitlinien der AAHA empfehlen, neben dem Gewicht auch Körperkondition und Muskelzustand zu beurteilen. Genau deshalb können zwei Hunde mit demselben Gewicht unterschiedliche Futtermengen benötigen.

Was du herausfinden solltest Wo du nachsiehst Warum sich dadurch die Futtermenge ändert
Aktuelles Gewicht Tierärztliche Unterlagen oder eine regelmäßige Kontrolle zu Hause Es dient als Grundlage für die Ausgangsschätzung und hilft dir, eine Entwicklung zu erkennen.
Kalorien im Futter Kalorienangabe auf der aktuellen Verpackung oder Informationen des Herstellers Damit kannst du einen Kalorienplan in Becher, Gramm, Dosen oder Portionsbeutel umrechnen.
Kalorien aus Leckerlis und Toppings Verpackungen von Leckerlis und Kauartikeln, Rezepturen und der Alltag im Haushalt Sie können einen beträchtlichen Teil der täglichen Energiezufuhr ausmachen.
Körperkondition und Alltag Eine vorsichtige Kontrolle per Hand, die tägliche Aktivität und die Rückmeldung aus der Tierarztpraxis Sie zeigen, ob die Schätzung zu diesem individuellen Hund passt.

Lesen Sie den Kaloriengehalt, bevor Sie das Futter abmessen

Achten Sie auf Angaben wie Kaloriengehalt, umsetzbare Energie, oder kcal. Auf dem Etikett können mehrere Einheiten angegeben sein. Bei Trockenfutter ist die Angabe in kcal pro Becher oft am praktischsten. Bei Nassfutter kann sie sich auf kcal pro Dose, Schale oder Beutel beziehen. Bei manchen Etiketten lässt sich die Energiedichte nur als kcal pro Kilogramm leicht finden. Auch damit können Sie arbeiten, brauchen dann aber das genaue Gewicht des Futters in Gramm, um daraus eine alltagstaugliche Portion zu berechnen.

Angenommen, ein Trockenfutter ist mit 3.800 kcal pro Kilogramm angegeben und der Hersteller schreibt, dass ein gestrichen gefüllter Becher 100 Gramm wiegt. Ein Kilogramm entspricht 1.000 Gramm, daher enthält ein Becher etwa 380 kcal. Wenn das Bechergewicht nicht angegeben ist, sollten Sie nicht anhand der Größe der Kroketten raten. Wenden Sie sich an den Hersteller, verwenden Sie eine Küchenwaage oder legen Sie stattdessen eine klare Tagesmenge in Gramm fest, anstatt die Berechnung unbedingt in Becher umrechnen zu wollen.

Bei Nassfutter sollten Sie nicht davon ausgehen, dass eine Dose einer Mahlzeit entspricht. Eine kleine Dose kann nur eine moderate Kalorienmenge enthalten, während eine große Dose für einen kleinen Hund mehr als eine Mahlzeit liefern kann. Auch auf demselben Etikett können die Angaben anders zu bewerten sein, wenn ein Futter als Topping und nicht als vollständiges Hauptfutter gedacht ist. Prüfen Sie die Angabe zur ernährungsphysiologischen Eignung, bevor Sie ein Produkt zum festen Bestandteil der täglichen Ernährung machen. Ein Futter, das für die jeweilige Lebensphase als Alleinfuttermittel geeignet und ausgewogen beschrieben wird, ist etwas anderes als ein Leckerli oder ein Ergänzungs-Topping.

Bei einer Mischfütterung ist die Berechnung anhand der Kalorien hilfreicher als die Berechnung nach Schüsselanteilen. Eine halbe Tasse Trockenfutter plus eine halbe Dose Nassfutter ergibt nicht automatisch eine Ernährung im Verhältnis 50:50. Legen Sie fest, wie viele Kalorien aus dem jeweiligen Futter stammen sollen, und rechnen Sie die Anteile anschließend anhand der jeweiligen Etikettangaben um. Mit dieser einfachen Gewohnheit können Sie Rezepturen viel leichter wechseln, ohne die tägliche Gesamtmenge versehentlich zu erhöhen.

Eine Betreuungsperson streicht Trockenfutter in einem Messbecher glatt, während ein Hund neben seinem Napf wartet

Planen Sie Leckerlis mit ein

Leckerlis zählen als Futter, auch wenn sie noch so klein sind. Trainingseinheiten, Zahnpflege-Kausnacks, Schleckmatten, Toppings, ein Stück Toast und ein großzügiger Löffel Erdnussbutter können sich über den Tag hinweg zu einer beträchtlichen Menge summieren. Als hilfreiche Ausgangsregel gilt, Leckerlis und andere Extras auf etwa 10 Prozent oder weniger der täglichen Kalorien zu begrenzen, sofern Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt nichts anderes empfohlen hat. Die Hauptnahrung bleibt dann die verlässliche Quelle für die Nährstoffe, die Ihr Hund braucht.

Versuchen Sie nicht, sich im Nachhinein an jede Belohnung zu erinnern, sondern reservieren Sie das Leckerli-Budget gleich zu Beginn des Tages. Wenn Ihr Hund Trockenfutter gerne als Belohnung annimmt, messen Sie einen Teil der Tagesration ab und verwenden Sie ihn beim Training. Wenn eine besonders schmackhafte Belohnung nötig ist, teilen Sie sie in kleinere Stücke und reduzieren Sie die Mahlzeit um die Kalorienmenge, die Sie verfüttern möchten. Das ist für die fütternde Person einfacher und für den Hund fairer, als immer wieder ein wenig zusätzlich zu geben und zu hoffen, dass es keine Rolle spielt.

Manche Extras lassen sich nur schwer einschätzen. Selbst zubereitete Toppings und Essensreste aus dem Restaurant können sich in Kaloriengehalt und Zutaten stark unterscheiden. Wenn sie regelmäßig im Napf landen, fragen Sie Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt beziehungsweise eine qualifizierte Fachkraft für tierärztliche Ernährungsberatung, wie sie in den Ernährungsplan passen. Eine kleine, regelmäßig hinzugefügte Menge kann eine gut geplante Portion stärker verändern als ein gelegentliches besonderes Leckerli.

Machen Sie aus dem täglichen Kalorienziel echte Mahlzeiten

Die folgenden Beispiele zeigen die Vorgehensweise. Sie sind keine allgemeingültigen Fütterungsempfehlungen. Das tägliche Kalorienziel sollte auf einem Plan beruhen, der den individuellen Hund berücksichtigt. Sobald dieses Ziel feststeht, ist die Rechnung einfach – die Etikettangaben erledigen den Rest.

Beispiel 1: Trockenfutter und Leckerlis beim Training

Stellen Sie sich vor, ein gesunder erwachsener Hund hat ein tägliches Ausgangsziel von 600 kcal. Die Familie verwendet etwa 60 kcal für das Training und einen kleinen Kausnack. Damit bleiben 540 kcal für das Hauptfutter. Auf dem Etikett des Trockenfutters stehen 360 kcal pro Becher.

  • Tagesziel: 600 kcal
  • Geplante Leckerlis und Extras: 60 kcal
  • Für das Hauptfutter verbleiben: 540 kcal
  • Energiedichte des Trockenfutters: 360 kcal pro Becher
  • Tagesmenge Trockenfutter: 540 geteilt durch 360 = 1.5 Becher

Frisst der Hund zwei Mahlzeiten am Tag, entspricht das drei Vierteln eines Bechers pro Mahlzeit. Bei drei Mahlzeiten sind es jeweils ein halber Becher. Die Aufteilung auf die Mahlzeiten kann sich ändern, ohne dass sich die Gesamtmenge ändert. Wenn im Haushalt ein besonders trainingsreicher Tag ansteht, ist es meist sinnvoller, die zusätzlichen Belohnungen im Voraus einzuplanen, als die regulären Mahlzeiten unverändert zu lassen und zu hoffen, dass sich der Unterschied am nächsten Tag von selbst ausgleicht.

Beispiel 2: Nassfutter als vollständige Hauptnahrung

Nehmen wir nun ein Tagesziel von 480 kcal ohne geplante Extras an. Auf dem Etikett des Nassfutters stehen 240 kcal pro Dose. Die einfache Rechnung lautet: 480 geteilt durch 240 ergibt zwei Dosen pro Tag. Bei zwei Mahlzeiten ist das eine Dose pro Mahlzeit, bei drei Mahlzeiten jeweils zwei Drittel einer Dose. Beachten Sie die Aufbewahrungshinweise des Herstellers für geöffnetes Futter und verwenden Sie eine Waage, wenn sich der Inhalt einer Dose nur schwer genau aufteilen lässt.

Das ist auch eine Erinnerung daran, auf die Angaben auf der Dose zu schauen und nicht nur auf ihre Größe. Zwei Dosen, die im Regal ähnlich aussehen, können sehr unterschiedliche Kalorienmengen enthalten. Rezeptur, Feuchtigkeitsgehalt und Dosengröße spielen dabei eine Rolle. Prüfen Sie die Angabe erneut, wenn Sie die Geschmacksrichtung wechseln oder von kleinen auf große Dosen umsteigen.

Beispiel 3: Trocken- und Nassfutter kombiniert

Eine Mischfütterung kann flexibel sein, ohne ungenau zu werden. Angenommen, dem Hund stehen nach Abzug der Leckerlis 600 kcal für die Hauptnahrung zur Verfügung. Die Familie möchte die Hälfte dieser Kalorien aus Nassfutter und die andere Hälfte aus Trockenfutter decken. Das Nassfutter enthält 400 kcal pro Dose, das Trockenfutter 375 kcal pro Becher.

  • Anteil Nassfutter: 300 kcal, also drei Viertel einer Dose mit 400 kcal.
  • Anteil Trockenfutter: 300 kcal, also 0.8 Becher eines Trockenfutters mit 375 kcal pro Becher.
  • Kalorien aus dem Hauptfutter insgesamt: 600 kcal.

Die Mengen wirken vielleicht ungleich, die Kalorienmenge entspricht jedoch dem Plan. Wenn du aus Gründen der Akzeptanz oder für mehr Flüssigkeit mehr Nassfutter geben möchtest, wähle eine andere Kalorienaufteilung und berechne beide Mengen neu. Gib nicht einfach etwas Nassfutter zusätzlich zur vollständigen Trockenfutterportion, wenn es nicht bereits in der Tagesmenge berücksichtigt ist.

Getrennt abgemessene Portionen aus Trocken- und Nassfutter in zwei Näpfen für einen Hund

Prüfe anhand der Körperkondition, ob die Ausgangsmenge passt

Der Napf zeigt nur die eine Hälfte des Bildes. Die andere Hälfte ist dein Hund. Zu einer gesunden Körperkondition gehören oft Rippen, die sich unter einer dünnen Fettschicht leicht ertasten lassen, eine von oben erkennbare Taille und eine Bauchlinie, die hinter den Rippen nach oben ansteigt. Dichtes Fell kann Veränderungen verbergen. Taste deshalb zusätzlich mit den Händen und verlasse dich nicht nur auf deine Augen. Die World Small Animal Veterinary Association hat eine Übersicht zur Körperkondition von Hunden , die dir helfen kann, die sichtbaren und ertastbaren Merkmale kennenzulernen und mit deinem tierärztlichen Team zu besprechen.

Gewicht und Körperkondition lassen sich am besten im Verlauf beurteilen. Eine einzelne Gewichtsmessung kann durch die Tageszeit, eine kurz zuvor verabreichte Mahlzeit oder eine volle Blase beeinflusst sein. Aussagekräftiger ist die Entwicklung über mehrere Wochen. Notiere jedes Mal dieselben Angaben: Gewicht, Futtermenge, Leckerli-Routine, Aktivitätsniveau sowie eine kurze Beschreibung dessen, was du an Rippen und Taille siehst und fühlst. So wird eine Anpassung zu einer bewussten Reaktion auf einen Verlauf statt zu einer spontanen Reaktion auf eine einzelne Mahlzeit.

Auch die Muskulatur spielt eine Rolle. Ein älterer Hund kann Muskulatur verlieren, obwohl sein Gewicht auf der Waage nahezu gleich bleibt. Bei einem Hund, der nach einer ruhigen Phase wieder zu seiner normalen Aktivität zurückkehrt, kann sich die Körperform verändern, bevor sich die Zahl auf der Waage deutlich verändert. Deshalb sollten plötzliche oder ungeplante Veränderungen tierärztlich besprochen werden, statt vorschnell selbst etwas auszurechnen. Das richtige Ziel ist keine Zahl, die von einem anderen Hund übernommen wurde, sondern eine gesunde, langfristig stabile Körperkondition für diesen Hund.

So sieht eine sinnvolle Anpassung aus

Bei einem allgemein gesunden erwachsenen Hund solltest du einen festen Kontrollzeitpunkt wählen, statt die Portion täglich zu verändern. Viele Haushalte überprüfen den Plan nach zwei bis vier Wochen. Dein tierärztliches Team kann jedoch einen anderen Rhythmus empfehlen. Wenn die Entwicklung in die falsche Richtung geht, nimm eine kleine, abgemessene Änderung vor, halte den übrigen Ablauf konstant und prüfe später erneut. Starke Kürzungen können die ausreichende Nährstoffversorgung erschweren, besonders wenn dadurch die Hauptfuttermenge deutlich unter den vorgesehenen Fütterungsbereich sinkt.

Es lohnt sich außerdem zu prüfen, ob die scheinbare Veränderung tatsächlich von der Hauptmahlzeit kommt. Neue Kauartikel, die Snackgewohnheiten der Großeltern, Futter vom Tisch oder ein Mitbewohner, der den Napf zweimal füllt, können mehr ausmachen als eine kleine Änderung der Trockenfuttermenge. Bevor du das Futter veränderst, achte auf diese unauffälligen zusätzlichen Kalorienquellen. Ein klar gekennzeichneter Tagesbehälter oder Portionsbeutel kann dabei helfen, die Gesamtmenge für alle im Haushalt sichtbar zu machen.

Eine Betreuungsperson überprüft zu Hause vorsichtig die Körperseite und Rippen eines entspannten Hundes

Wann ein Kalorienrechner nicht ausreicht

Ein Kalorienrechner kann helfen, einen allgemeinen Fütterungsplan verständlicher zu machen. Er ersetzt jedoch weder eine Untersuchung und Diagnose noch eine Beratung zu Diätfutter oder einen Fütterungsplan für einen Hund mit einer Erkrankung. Wende dich zeitnah an deine Tierarztpraxis, wenn du eine schnelle oder unerklärliche Gewichtsveränderung, wiederholtes Erbrechen oder Durchfall, eine deutliche Veränderung des Appetits, vermehrten Durst oder häufigeres Urinieren, Schwierigkeiten beim Kauen, Schwäche oder eine neue Diagnose bemerkst. Diese Anzeichen sind kein Grund, die Anzahl der Messbecher eigenständig weiter anzupassen.

Bei Welpen ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich, da sich mit dem Wachstum sowohl der Energie- als auch der Nährstoffbedarf verändert. Bei Welpen großer Rassen sollte besonders auf Wachstum und Futterauswahl geachtet werden. Auch trächtige und säugende Hündinnen haben einen Bedarf, der sich im Laufe der Zeit deutlich verändert. Seniorhunde bilden ebenfalls keine einheitliche Gruppe. Manche benötigen bei abnehmender Aktivität weniger Kalorien, während andere Gewicht oder Muskulatur verlieren und einen detaillierteren Plan brauchen. Arbeitshunde, Sporthunde und Hunde, die nach einer Phase mit wenig Aktivität wieder aktiver werden, können einen Alltag haben, der nicht der typischen Woche eines Familienhundes entspricht.

Auch eine Futterumstellung kann ein Grund sein, langsamer vorzugehen und Unterstützung einzuholen. Ein neues Rezept kann eine andere Kaloriendichte haben, selbst wenn die Verpackung vertraut aussieht. Wenn dein Hund von Trocken- auf Nassfutter umgestellt wird, du ein Topping hinzufügst oder das Hauptfutter aus gesundheitlichen Gründen wechselst, berechne die Portionen anhand der Kalorien und stelle das Futter, sofern angebracht, schrittweise um. Die AAHA weist darauf hin, dass eine Umstellung über mehrere Tage bei vielen Hunden helfen kann, Verdauungsreaktionen zu verringern. Unser Planer für die Futterumstellung kann dir helfen, den Wechsel für jeden Tag übersichtlich zu planen, während der Leitfaden zur Futterumstellung bei Haustieren erklärt, bei welchen Verdauungsbeschwerden du deine Tierarztpraxis kontaktieren solltest.

Gestalte den Ablauf so einfach, dass du ihn beibehalten kannst

Der beste Plan ist meistens der, den dein Haushalt zuverlässig umsetzen kann. Miss die gesamte Tagesmenge des Hauptfutters einmal morgens ab und teile sie anschließend auf die Mahlzeiten und das Training auf. Verwende einen beschrifteten Behälter, einen Portionsbeutel oder eine einfache Notiz, wenn mehrere Personen füttern. Bewahre den Futtersack so lange auf, dass du beim nächsten Kauf die Kalorienangabe überprüfen kannst. Wenn der neue Sack eine andere Kalorienzahl ausweist, rechne die Umwandlung neu, bevor du die bisherige Anzahl an Messbechern weiterverwendest.

Wähle die Einheiten, mit denen sich Fehler vermeiden lassen. Messbecher können bei einer großen, gleichbleibenden Portion am einfachsten sein, wenn das Futter kcal pro Messbecher angibt. Gramm eignen sich oft besser für kleine Portionen, energiereiches Futter oder Rezepturen, bei denen sich das Gewicht pro Messbecher verändert. Dosen und Beutel sind unkompliziert, wenn die Kalorienangabe pro Behälter gilt. Verwende jedoch eine Waage oder klar berechnete Teilmengen, wenn du einen Behälter auf mehrere Mahlzeiten verteilst. Ziel ist kein starrer Fütterungsablauf, sondern eine klare Ausgangsbasis, anhand derer du echte Veränderungen erkennen kannst.

Weitere Informationen zu Abläufen rund um Näpfe, Futterspiele und schrittweise Veränderungen findest du im Leitfaden zur Fütterung und Beschäftigung von Haustieren. Wenn dein Hund seine Mahlzeiten meist sehr schnell beendet, kann Beschäftigung die Mahlzeit interessanter machen, ohne unbemerkt zusätzliches Futter zu geben. Der Vergleich von Beschäftigungsfutternäpfen kann dir helfen, den Futternapf auszuwählen, der zu eurem Alltag passt. Für Haushalte, die an der Portionsgröße arbeiten, bietet der Leitfaden zur Portionskontrolle bei Haustieren eine weitere praktische Möglichkeit, die tägliche Futtermenge sichtbar und einheitlich zu halten.

Häufig gestellte Fragen

Reichen zwei Messbecher Futter pro Tag für meinen Hund?

Das hängt von den Kalorien pro Messbecher und den individuellen Bedürfnissen deines Hundes ab. Zwei Messbecher eines Futters mit 300 kcal pro Messbecher liefern 600 kcal, während zwei Messbecher eines Futters mit 500 kcal pro Messbecher 1.000 kcal liefern. Beginne mit einer Schätzung des täglichen Kalorienbedarfs, reserviere Kalorien für Leckerli und rechne die verbleibenden Kalorien anschließend anhand der Angaben auf dem Futter um, das du fütterst.

Wie viel Trockenfutter sollte ich meinem Hund entsprechend seinem Gewicht geben?

Das Gewicht ist ein sinnvoller Ausgangswert, aber nicht die ganze Antwort. Berücksichtige zusätzlich Lebensphase, Aktivität, Körperkondition, gesundheitliche Situation, Leckerli und die Kaloriendichte des Trockenfutters. Bei zwei Hunden mit demselben Gewicht können die Portionen unterschiedlich ausfallen, wenn sich ihr Alltag und ihre Körperkondition unterscheiden.

Wie viel Nassfutter sollte ich meinem Hund geben?

Teile die für das Hauptfutter verfügbaren Kalorien durch die kcal pro Dose, Schale oder Beutel. Wenn Nassfutter nur einen Teil der Ernährung ausmacht, lege zunächst seinen Kalorienanteil fest und rechne ihn anschließend in Behälter um. Prüfe vor der Verwendung als Hauptbestandteil der Mahlzeit, ob das Futter für die Lebensphase deines Hundes als vollwertiges Hauptfutter geeignet ist.

Kann ich Trocken- und Nassfutter gemeinsam füttern?

Ja, sofern du beide Futtersorten anhand ihrer Kalorienmenge berücksichtigst. Lege fest, wie viele Kalorien der täglichen Hauptfuttermenge auf die jeweilige Futtersorte entfallen sollen, und rechne den jeweiligen Anteil mithilfe der Angaben auf dem entsprechenden Etikett in die richtige Futtermenge um. Gib Nassfutter nicht zusätzlich zur vollständigen Trockenfutterportion, es sei denn, diese zusätzlichen Kalorien sind bereits eingeplant.

Soll ich Leckerlis von der regulären Futtermenge meines Hundes abziehen?

In der Regel ja. Leckerlis, Kauartikel, Toppings und Essensreste liefern ebenfalls Kalorien. Plane deshalb einen Teil der täglichen Kalorienmenge dafür ein. Als gängige Orientierung gilt, Extras auf etwa 10 Prozent oder weniger der täglichen Kalorien zu begrenzen, sofern dein Tierarzt nichts anderes empfiehlt. Abgemessenes Trockenfutter eignet sich ebenfalls gut als Belohnung beim Training.

Kann ich für Welpen einen Rechner für die Futtermenge erwachsener Hunde verwenden?

Nein. Heranwachsende Welpen haben einen anderen Energie- und Nährstoffbedarf, und bei Welpen großer Rassen ist eine besonders sorgfältige Planung des Wachstums wichtig. Verwende ein für Welpen geeignetes Futter und bitte deinen Tierarzt um einen Fütterungsplan, der das Alter, die erwartete Größe im Erwachsenenalter, den Körperzustand und das Wachstumsmuster deines Welpen berücksichtigt.

Brauchen ältere Hunde immer weniger Futter?

Nein. Mit zunehmendem Alter kann sich das Aktivitätsniveau verändern, aber ältere Hunde sind nicht alle gleich. Muskelzustand, Erkrankungen, Medikamente, Appetit und Tagesablauf können die passende Futtermenge beeinflussen. Unbeabsichtigter Gewichts- oder Muskelverlust, eine deutliche Veränderung des Appetits oder Schwierigkeiten beim Fressen solltest du mit einem Tierarzt besprechen, statt die Futtermenge zu Hause eigenständig stark anzupassen.

Wie oft sollte ich die Futtermenge meines Hundes neu berechnen?

Überprüfe den Fütterungsplan nach einer deutlichen Gewichtsveränderung, einem Futterwechsel, einer länger anhaltenden Veränderung der Aktivität, dem Beginn einer neuen Lebensphase, einer Kastration oder Sterilisation oder nach neuen tierärztlichen Empfehlungen. Es ist außerdem sinnvoll, die Kalorienangabe jedes Mal zu prüfen, wenn du eine neue Rezeptur oder eine andere Packungsgröße öffnest. Beurteile die Gewichtsentwicklung über mehrere Wochen, statt auf einen einzelnen ungewöhnlich ruhigen oder aktiven Tag zu reagieren.

Stelle eine Futterportion zusammen, die du nachvollziehbar erklären kannst

Eine sinnvolle tägliche Futterportion lässt sich auf konkrete Faktoren zurückführen: die Kalorien im Futter, die Kalorien außerhalb des Napfes, eine abgemessene Portion und die Entwicklung deines Hundes über längere Zeit. Nutze den Hundefutter-Rechner für eine übersichtliche erste Einschätzung. Halte anschließend das Etikett griffbereit, miss die Futtermenge konsequent ab und besprich deine Beobachtungen mit deinem tierärztlichen Team, wenn der Fütterungsplan genauer überprüft werden sollte.

Die beste Futterportion ist nicht die Menge, bei der der Napf voll oder leer aussieht. Entscheidend ist die Menge, die einen gesunden Alltag unterstützt, sich sinnvoll anpassen lässt und den individuellen Bedürfnissen deines Hundes gerecht wird.

Quellen und weiterführende Informationen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Betreuung. Bitte deinen Tierarzt um einen Fütterungsplan, der auf die Gesundheit, den Körperzustand und die Ernährung deines Hundes abgestimmt ist.